Plastikfreie Rasur mit dem Rasierhobel

Der Rasierhobel kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Erfunden und verkauft wurde er nämlich bereits 1874. Er galt als besonders sichere Rasiermethode im Gegensatz zu der früheren Messermethode. Sicher?
Im Internet kursieren heute leider ziemliche Horrorgeschichten über den Rasierhobel. Man würde sich andauernd schneiden, so Einige. Außerdem lese ich auch immer wieder, dass der Hobel nur für Männer geeignet sei… Ich finde es wird Zeit einmal mit den Vorurteilen aufzuräumen und die Vorteile des Hobels im Gegensatz zum Systemrasierer zu betonen

Aufbau:

Der Rasierhobel besteht aus vier Teilen:
⇒ dem Stil bzw. Griff
⇒ einem unteren Schutzteil (Grundplatte)
⇒ der Klinge
⇒ einem oberen Schutzteil (Kopfteil)

Anmerkung: Dabei gibt es hierbei auch andere Systeme, bei denen man die beiden Schutzteile nicht voneinander trennen kann, sondern den oberen Schutzteil zum Entnehmen der Klinge wie Schmetterlingsflügel durch Drehen des Griffes öffnen kann.

Der Griff des Rasierhobels besteht hierbei je nach Geschmack aus Holz, Metall, Porzellan oder Plastik. Damit der Rasierhobel gut in der Hand liegt kann ich ein gewisses Eigengewicht empfehlen, weshalb ich von Plastik abraten würde. Darüber hinaus sind die anderen Materialien auch haltbarer und umweltfreundlicher.

Die Klingen:

Ein großer Unterschied zu den beliebten Systemrasierern ist beim Hobel die Klinge. Diese lässt sich einzeln entnehmen und auswechseln. Hierbei hat man zum Rasieren zwei Klingenseiten, die gegenüber voneinander liegen und nicht wie beim Systemrasierer ein Mehrklingensystem von zwei oder drei hintereinander liegenden Klingen. Die Klingen gibt es einzeln in Papier verpackt zum Beispiel im Unverpacktladen zu kaufen. Ich hab mir gleich eine Großpackung gekauft und bin somit für die nächsten Jahre versorgt, denn eine Rasierklinge hält bei mir zwischen ein und drei Monate. Hierbei funktionieren für mich günstige Klingen genauso gut wie die teureren Markenklingen. Preislich liegen 5 Klingen so bei 1,50€. Ihr findet sie unter anderem hier.

Regel Nr. 1 bei der Rasur mit einem Rasierhobel lautet:

Rasiere immer nass mit reichlich Seife.

Die Seife:

Ich habe schon im meinem letzten Artikel über Seifen erzählt, dass die Rasierseife für mich das Wichtigste ist. Mit viel Schaum gleitet der Hobel einfach wunderbar sanft über die Haut ohne das man sich schneidet oder unbeliebte rote Pustel zurückbleiben. Dabei verhindern spezielle Rasierseifen, dass die Klingen zu schnell zu stumpf werden. Dazu kommt, dass die Seifen extra verstärkt rückfetten und somit ein gutes Hautgefühl hinterlassen. Die Seife liegt hierbei in einem kleinen Tegel oder Marmeladenglas, sodass man sie mit einem feuchten Pinsel gut aufschlagen kann.

Der Rasierpinsel:

Ob man einen Rasierpinsel wirklich braucht ist wohl Ansichtssache, da man die Seife auch einfach mit der Hand aufschäumen kann (Stichwort Minimalismus). Allerdings kann man mit dem Rasierpinsel die Seife deutlich fluffiger aufschlagen. Beim Auftragen des Schaums mit kreisförmigen Bewegungen stellen sich die kleinen Haare auf, was für eine besonders sanfte Rasur sorgt. Für den Kauf eines Rasierpinsels kann ich euch natürliche Borsten – ich nutze Dachshaar – sehr empfehlen. Bei meinem ersten Rasierpinsel habe ich hierbei leider gespart. Am Ende waren die Borsten leider nicht nur viel zu hart, sondern standen auch nach einem Jahr regelmäßiger Benutzung nach allen Seiten ab…

Aufbewahrung:

Die Pflege und richtige Aufbewahrung sorgen für die Langlebigkeit des Rasierhobels und dem passenden Pinsel. Nach der Rasur sollte die Rasierklinge wieder trocknen und nicht im Nassen liegen, denn sonst rostet diese. Auch das übriggebliebene Wasser in der Seifenschale (Tiegel oder Marmeladenglas) muss entfernt werden. Der Rasierpinsel muss nach jeder Benutzung mit lauwarmen Wasser ausgespült werden, sodass keine alten Seifenreste mehr zurückbleiben. Zum Trocknen hängt man den Naturhaarpinsel bestenfalls kopfüber auf.

Und weil die Frage so oft aufkommt: Ja ich nutze als Frau einen Rasierhobel und rasiere mir auch ohne Gefahr meinen Intimbereich. Dabei spare ich dank dem Hobel nicht nur viel Müll, sondern auch Geld. Außerdem sieht ein Rasierhobel um einiges schicker aus, als ein rosa Plastikrasierer.

Quelle
Frank Gnegel (1995) Bart ab: zur Geschichte der Selbstrasur. Köln: DuMont.

5 thoughts on “Plastikfreie Rasur mit dem Rasierhobel”

  1. Louisa sagt:

    Ich habe eine blöde Frage, ziehe ich den Rasierhobel so über die Haut, dass die Klinge im 90° Winkel zur Haut ist? Also der Griff parallel zum Körper?

    1. Tati sagt:

      Hey Louisa,

      nicht ganz. Du hast zwischen deiner Haut und dem Griff des Rasierhobels ungefähr einen Winkel von 30-35 Grad.
      Lege am besten den Griff mit dem Hobel auf deine Haut. Wenn du dann den Griff hebst und den Rasierkopf dabei auf deiner Haut verweilen lässt, spürst du irgendwann leicht die Klinge.
      Liebe Grüße

      Tati

  2. Muriel sagt:

    Danke für den interessanten Blogpost. Wenn meine Klingen aufgebraucht sind, schaue ich mich nach einem Rasierhobel um.
    Lieber Gruß Muriel

    1. Tati sagt:

      Hallo Muriel,

      ich freue mich sehr, dass dir der Artikel gefallen hat und der Rasierhobel für dich in Zukunft eine Alternative zum Systemrasierer sein wird.

      Tati

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