Müllfreie Periode mit der Menstruationstasse

Weißt du wie viel Blut du pro Periode verlierst? Kennst du deinen Körper gut genug, um einschätzen zu können, an welchem Tag du am meisten Blut verlierst und kennst du monatliche Schwankungen deiner Periodenstärke?

Auf all die Fragen wusste ich vor der Benutzung meiner Menstruationstasse keine Antwort. Ich nutze bis vor 2 Jahren Tampons und Wegwerfbinden, die ich so ungefähr nach Gefühl während meiner Regelblutung wechselte. Rückblickend verbrauchte ich während einer Blutung wahrscheinlich so ca. 15 Tampons und 10 Binden. Ein Haufen Müll, der da im Leben einer Frau zusammenkommen und das nur für etwas Blut.

BLUT

Ehrlich gesagt fand ich dieses früher während meiner Periode ekelig und abschreckend.

Müllfreie Menstruation:

Ich habe euch bereits vor einiger Zeit in diesem Artikel Produkte für eine müllfreie Periode vorgestellt. Zur Zeit nutze ich meine Menstruationstasse und dazu insbesondere nachts zur Sicherheit meine selbstgenähten waschbaren Binden (eine Anleitung findet ihr hier). Im Folgenden möchte ich etwas intensiver auf die Benutzung der Menstruationstasse eingehen.

Handhabung:

Die Menstruationstasse besteht aus medizinischem Silikon und ist dadurch flexibel, sodass sie problemlos gefaltet werden kann, um sie einfacher in die Scheide einzuführen. Ich drücke dafür eine Seitenwand der Menstruationstasse so ein, dass ein Herz entsteht (siehe Bild). Einmal eingeführt und losgelassen ploppen die Seitenwände der Tasse wieder auf und es entsteht ein Unterdruck. Dieser sorgt (bei richtiger Tassengröße für den eigenen Körper) dafür, dass das Regelblut nicht an der Tasse vorbeiläuft, sondern ganz einfach aufgefangen wird. Besonders einfach geht das Einführen der Menstruationstasse übrigens, wenn man in die Hocke geht oder einfach auf der Toilette sitzt.

Gefaltet lässt sich die Menstruationstasse besser in die Scheide einführen

Die Menstruationstasse kann bis zu 12 Stunden getragen werden. Tagsüber leere ich sie meist 3 Mal aus. Auch dafür gehe ich wieder in die Hocke bzw. setzte ich mich auf die Toiletten. Um den Unterdruck in der Tasse zu lösen drücke ich den Tassenboden mit sauberen Fingern zusammen. Dadurch lässt sich der Menstruationscup einfacher entfernen. Außerdem bewege ich die Menstruationstasse leicht hin und her und ziehe sie so vorsichtig am Stiel heraus.

Die passende Tasse finden:

Das richtige Modell zu finden ist gar nicht so einfach und tatsächlich habe ich inzwischen 2 Menstruationstassen, da ich mit der Ersten regelmäßig Blut in meiner Unterhose hatte, was ja nicht das Ziel einer Auffangtasse ist. Im Internet gibt es unzählige Tipps und Empfehlungen für die passende Größe des Menstruationscups. Immer wieder lese ich, dass kleine Tassen für Frauen unter 30 Jahren zu empfehlen sind, die noch keiner Kinder geboren haben. Das trifft zwar auf mich zu, allerdings hatte die kleine Tassengröße ein etwas zu geringes Fassungsvermögen für mich. Darüber hatte ich das Problem, dass sich kein richtiger Unterdruck in meiner Tasse aufgebaut hat, da das Material für mich zu weich war. So lief ein Teil des Blutes an meiner Tasse vorbei.

Nach vielen Gesprächen weiß ich jetzt, 2 Jahre später, dass auch andere Frauen das Gefühl haben, mit der Menstruationstasse noch zu tropfen und sich somit unwohl fühlen. Deshalb kann ich euch nur den Tipp und Mut geben, es weiter auszuprobieren. Jeder Körper ist anders, sodass es nicht die eine Menstruationstasse für alle gibt.

Mein Menstruationscup:

Ich nutze von der Marke Lunette das Modell 2 (früher das kleinere Modell 1, welches auf den Fotos zu sehen ist). Die Modelle unterscheiden sich nach dem Fassungsvermögen, sowie der Materialdicke. Der Rückholstiel ist bei dem Modell 2 etwas kürzer. Es gibt die Menstruationstassen von Lunette in 5 verschiedenen Farben, wobei ich euch die Lilafarbende empfehlen kann, da sie im Gegensatz zu den helleren Menstruationstassen nicht so schnell (sichtbare) Verfärbungen annimmt.

Reinigung:

Nach jeder Benutzung wird die Menstruationstasse unter kaltem fließendem Wasser ausgespült. Ist dies einmal nicht möglich, da du dich zum Beispiel auf einer öffentlichen Toilette befindest, solltest du auf jeden Fall nach dem Ausleeren des Menstrautionscup diesen mit Toilettenpapier auswischen. Noch besser ist es aber, wenn du einfach eine Flasche Wasser mitnimmst und die Tasse über der Toilette ausspülst. Desinfektionstücher benutze ich persönlich nicht. Achte aber darauf, dass deine Hände beim Kontakt mit der Menstruationstasse immer sauber sind!

Vor jeder neuen Periode koche ich meine Tasse einmal gründlich aus, damit sie steril ist. Dies geht in einem Kochtopf (dabei die Menstruationstasse am besten in einen Schneebesen klemmen, damit sie nicht den Topfboden berührt). Wer die Vorstellung nicht mag, dass die Tasse in dem Essenstopf ausgekocht wird, der kann die Menstruationstasse auch in einem Becher in der Mikrowelle auskochen oder einfach für mehrere Minuten in eine Schüssel mit kochendem Wasser legen. Mit der Zeit kann es passieren, dass die Tasse sich durch das Blut leicht verfärbt. Diese Verfärbung verschwindet durch die Zugabe von einem Esslöffel Natron beim Auskochen der Tasse aber relativ schnell wieder.

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