Ein Schwamm als nachhaltige Tamponalternative

Dieser Artikel ist meiner ungebremsten Neugierde geschuldet, denn eigentlich besitze ich bereits eine Menstruationstasse für die müllfreie Periode und bin damit auch sehr zufrieden. Somit ist meine Suche nach einer nachhaltigen Alternative zu Tampons längst abgeschlossen. Doch immer wieder stieß ich in letzter Zeit auf die Menstruationsschwämme. So entdeckte ich sie zum Beispiel verstärkt in Unverpacktläden. Als ich schlussendlich in einem Geschäft in Hannover wieder einen solchen Schwamm in der Hand hielt und die Besitzerin mir zusätzlich noch die Vorteile aufzählte, war ich überzeugt: Ich musste die Naturschwämme ausprobieren. Inzwischen bin ich genauso begeistert. Für alle diejenigen, die keine Menstruationstasse tragen können oder wollen, ist der blutaufsagende Schwamm eine großartige Alternative.

Was ist ein Menstruationsschwamm?

5-7 cm groß ist der Naturschwamm, der als natürlicher Tampon verwendet wird. Die Größe des Schwamms ist dabei abhängig von der Stärke der Blutung. Ich habe mich etwas schüchtern für die kleinste Größe entschieden. Dabei war meine anfängliche Skepsis vollkommen unbegründet. Der ungebleichte Schwamm ist unglaublich weich und flexibel, sodass er sich zwar mit Blut vollsaugen, aber zum Einführen klein zusammengedrücken lässt. Der Vorteil von einem Menstruationsschwämmchen ist, dass dieses im Gegensatz zur Menstruationstasse zu 100% ein Naturprodukt ist. Geentet werden die kleinen Schwämme übrigens an der östlichen Mittelmeerküste und sind somit ein nachwachsender Rohstoff. Die Kosten liegen je nach Hersteller bei ca. 5€ pro Stück. Ich kann euch zum Beispiel die Firma Kulmine empfehlen.

Die Benutzung

Mit seiner leicht ovalen Form erinnert das Aussehen des Menstruationsschwammes ein wenig an einen Tampon. Auch das Einführen ähnelt sich. Dabei muss der Schwamm nur leicht mit Zeige- und Mittelfinger zusammengedrückt und senkrecht eingeführt werden. Zusätzlich zum Schwamm habe ich immer noch eine Stoffbinde für mehr Sicherheit verwendet. Ausgewaschen habe ich den Schwamm ca. alle 4 Stunden, da er zu diesem Zeitpunkt mit Blut vollgesaugt war. Ein größerer Schwamm würde diesen Zeitraum aber verlängern. Über Nacht hatte ich allerdings keine Probleme.

Was mir beim Schwamm sehr positiv aufgefallen ist, ist das Tragegefühl. Spührt man die Menstruationstasse schon sehr wenig, vergesse ich den Schwamm zwischenzeitlich komplett, so weich schmiegt er sich an meine Schleimhaut. Auch das Einsetzten und Herausnehmen ist sehr angenehm. So ist ein weiterer Vorteil des Schwämmchens, dass es als Softtampon auch beim Sex getragen werden kann.

Zur Reinigung niemals mit Wasser auskochen!

Ist der Menstruationsschwamm mit Blut vollgesaugt, kann er einfach entfernt, unter kaltem Wasser ausgewaschen und wiedereingesetzt werden. Für unterwegs auf öffentlichen Toiletten ist das Auswaschen etwas komplizierter, weshalb ich den Schwamm lieber zuhause nutze oder immer eine Wasserflasche dabei habe.
Vor dem ersten Tragen sowie nach jeder Periodenphase wird der Schwamm zur Reinigung einige Stunden in Essigwasser gelegt (Mischung Haushaltsessig und Wasser 1:2). Anschließend wird er mit klarem kaltem Wasser ausgespült, an der Luft getrocknet und bis zur nächsten Periode luftzulässig zum Beispiel in einem Stoffbeutel gelagert. Der Schwamm darf nicht mit heißem Wasser ausgekocht werden, da er sonst verhärtet!
Laut Hersteller wird empfohlen, denn Schwamm jährlich auszutauschen.

Quelle:
Quelle 1: Kulmine

3 thoughts on “Ein Schwamm als nachhaltige Tamponalternative”

  1. Nicole sagt:

    Hi Tati,
    vielen Dank für diesen Beitrag. Informativ und präzise auf dem Punkt 🙂

    Mich hat ein Kommentar auf Instagram zu Deinem Beitrag keine Ruhe gelassen “Schwämme sind Tiere”. Das war mir total neu.
    Ich habe gleich mal gegoogelt und habe auf Wikipedia folgendes dazu gefunden
    ” Im Gegensatz zu den Gewebetieren (Eumetazoa) haben Schwämme keine Organe, sowie keine Neuronen zur Verarbeitung von Signalen”
    “…besitzen sie keine Muskel-, Nerven- und Sinneszellen.”

    Wieder etwas gelernt 🙂 Sollte ich also bei Gelegenheit mal einen solchen Schwamm im Geschäft entdecken, brauche ich hier keine Bedenken zu haben 🙂

    1. Tati sagt:

      Hallo Nicole,
      es freut mich sehr, dass dir mein Artikel gefällt und du dir einen Menstruationsschwamm als Tamponalternative vorstellen kannst.

      Mir ist bei den Schwämmen auch vor allem wichtig, dass sie nachwachsen, wenn man sie richtig erntet und so die Natur nicht zerstört.

      LG
      Tati

  2. Vanessa sagt:

    Spannend! Habe auch schon von Menstruationsschwämmen gelesen, hab mich aber noch nicht getraut, einen auszuprobieren. Für den Moment bin ich aber auch noch sehr zufrieden mit meiner Menstruationstasse 🙂

    Liebe Grüsse,
    Vanessa

    http://www.lovenotwaste.de

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