Update von der Tiny House Baustelle – Der Innenausbau

Mit jeder Woche nimmt das kleine Haus mehr Gestalt an. So wurde in den vergangenen zehn Wochen aus einem Rohbau ein Zuhause mit einem fast fertigen Schlafzimmer und einer eingebauten Küche. Insgesamt sind wir jetzt seit Anfang August und somit knapp zwanzig Wochen mit dem Bau des Tiny Houses beschäftigt. Alles über die Wochen 1-10 könnt ihr hier nachlesen.

Woche 10

Die Außenseite des Badezimmers war viel zu lange der kleine Schandfleck des Hauses. Verrostete Bleche, eine alte Tür und Löcher in den Wänden prägten das Bild. Doch endlich gehört dies der Vergangenheit an, denn wir haben die Metalle ums Fenster ausgetauscht und neu gestrichen. Ein Loch ist allerdings noch geblieben. Ursprünglich wollten wir die ehemalige Lucke über unserem neuen roten Fenster durch eine Metallplatte verschließen. Kurzfristig änderten sich dann aber doch unsere Pläne und wir entschieden uns dazu ein kleines Fenster nachzubestellen. Dieses wird Ende November geliefert und bringt zusätzlich Licht ins kleine Bad. Darüber hinaus passt es wunderbar zum kleinen Schlafzimmerfenster auf der gegenüberliegenden kurzen Seite.

Woche 11: Elektroninstallation

Knapp eine Woche beschäftigte mich das Dämmen der Seitenwände. Im Bereich vom Schlafzimmer sowie Badezimmer mussten wir dafür noch eine Holzkonstruktion anfertigen und vor die Metallwände blenden. Auf die Holzverstrebungen können wir später wie im restlichen Teil des Hauses unsere Wandverkleidung befestigen. Mein Freund verlegte in der Zwischenzeit sämtliche Elektroleitungen. Insgesamt benötigten wir für unsere 23 Quadratmeter 150m H07RN-F (Schlauchleitung), 20m HDMI Kabel, 25m LAN Kabel, 10m Starkstromkabel. Die Steckdosen wurden geplant (20 Stück) sowie die Lichtschalter (6 Stück).

Doch es ist noch mehr passiert, denn auch vor unserer Haustür haben die Bauarbeiten wieder begonnen. Die Rohre für Wasser, Abwasser und Strom wurden gelegt und warten darauf, dass wir sie ins Haus führen.

Woche 12 und 13

Die beiden Wochen kann ich eigentlich mit drei Worten gut zusammenfassen: Holz, Holz, Holz. Wir haben begonnen die Innenwände mit Holz zu verkleiden und kein Platz für ein anderes Thema gehabt. In zwei Wochen verkleideten wir sämtliche Seitenwände des Innenraumes sowie die Decke im Badezimmer sowie im Schlafzimmer. Dabei merkten wir schnell, dass die Holzverkleidung im Innenraum deutlich mehr Zeit in Anspruch nahm, als die beiden Seitenwände des Außenbereiches. Zu viele Kleinteile mussten geschnitten werden und viele Kanten für optimale Übergänge angeschrägt werden. Außerdem standen wir uns zu zweit im kleinen Haus meistens selbst im Weg und stauten uns an der Säge oder brauchten gleichzeitig den Bohrer und Akkuschrauber.

Woche 14: Inzwischen ist es November

Es wurde kalt. Draußen fegte ein eisiger Wind und auch im Inneren des Tiny Houses war es nicht mehr warm. Deshalb liehen wir uns eine kleine Elektroheizung für die Baustelle. Doch so richtig voran kamen wir nicht. Abwechselnd fielen wir krankheitsbedingt für einige Tage aus. Zum Ende der Woche gab es dann aber doch noch ein Erfolgserlebnis: Die Verlegung der Fußbodenheizung und des Bodens im Bad. Wir haben uns im gesamten Haus für einen Eichenparkettboden entschiedenen. Mehr dazu in diesem Artikel, wo ich auch noch mal genauer auf die Vorteile vom Baumaterial Holz eingehe.

Woche 15

Weiter ging es mit lauter kleinen Arbeiten: Die ersten Steckdosen wurden angebracht und das Schlafzimmer bekam seine Schiebetür. Außerdem haben wir im Badezimmer einen Lüfter installiert. Bei dem kleinen Raum ist uns trotz großem Fenster die Gefahr von zu viel Feuchtigkeit einfach zu groß.

Ressourcen sparen mit Second Hand Möbeln:
EbayKleinanzeigen ist für mich eine wahre Fundgrube. Hier habe ich in den letzten Wochen nicht nur ein altes Nähkästchen, sondern auch zwei Stühle und einen Tisch gefunden. Das Nähkästchen von 1935 benötigte lediglich etwas Schleifpapier sowie Öl und wird uns als Waschbeckenunterschrank dienen. Auch die Stühle waren schnell aufgearbeitet. Das Furnier des Tisches war jedoch leider durch viele Wasserflecken stark beschädigt und wellig. Doch auch hier konnte ich als Laie mit etwas Geduld und Kleber die Oberfläche glätten und anschließend schleifen sowie mit Öl behandeln. Insgesamt habe ich für alles 45€ bezahlt und rund 4 Stunden Arbeit inkl. Transport investiert.

Woche 16

Viel zu lange haben wir die Arbeiten an der Decke vor uns hergeschoben. Dabei bereitete uns vor allem die aufwendige Rundung Schwierigkeiten. Mit viel Schimpfen schafften wir es in der Woche die Decke komplett mit Holz verkleidet. Danach bin ich zum Streichen der Wände übergegangen. Unsere komplette Vertäfelung soll durch einen leichten Weißton deutlich heller wirken und dem Raum zu mehr Größe verleihen. Das Auftragen der Lasur ging relativ zügig, sodass die Arbeiten nach zwei Tagen abgeschlossen waren und das Tiny House wieder ein Stück mehr vom vorherigen Baustellencharakter verlor.

Woche 17

Mit der Verlegung der Fußbodenheizung und dem dunklen Eichenboden im Wohnbereich sowie Schlafzimmer wurde es gemütlich im Haus. Endlich hieß es am Eingang: Arbeitsschuhe aus und Hausschuhe an. Trotzdem haben wir zur Sicherheit für den Übergang noch etwas Filz verlegt. Zu viele Möbel und Werkzeug müssen noch im Haus herumgetragen werden. So haben wir auch mit dem Durchbohren des Fußbodens gleich wieder Dreck gemacht, denn es galt einen Durchbruch fürs Abwasser und Frischwasser zu schaffen. Das Frischwasser bekam außerdem eine Begleitheizung, denn den ersten Nachtfrost hatten wir bereits. Den kleinen Stromkasten fürs Tiny House hatten wir schon vorbereitet.

Woche 18: Der Einzug im Dezember

Laut unseres Zeitplanes wollten wir spätestens im Dezember mit den Arbeiten im Haus fertig sein und einziehen. Leider konnten wir dieses Ziel nicht ganz erreichen, aber immerhin zogen wir am 01. Dezember in unser kleines Haus. Vorher galt es noch ein Bett zu bauen. Dafür haben wir unser altes Bettgestell in die Wand integriert, um Platz zu sparen. Unser Bett wird tagsüber mit Tagesdecke und vielen Rückenkissen zum Sofa umfunktioniert. Überm Bett bauten wir noch ein Bücherregal.
Auch das fehlende Fenster, welches wir nachbestellt hatten, konnte endlich ins Bad eingebaut werden. Das absolute Highlight war allerdings die Küche, welche der Tischler für uns einbaute. Die Schränke aus Fichtenholz hatte ich genaustens geplannt und an unsere Bedürfnisse angepasst. Zum Zeitpunkt des Einzuges fehlten allerdings noch sämtliche Elektrogeräte sowie eine Spüle.

Budget
Bis hierhin hat uns unser Tiny House 22.000€ gekostet. Somit liegen wir genau im finanzellen Rahmen. Unsere kalkulierten Preise stimmen, obwohl wir den Preis von Farbe unterschätzt und viel zu wenig Schrauben eingeplant haben. Dafür hatten wir aber extra einen Puffer für Sonderausgaben vorgesehen. Noch fehlt die Frischwasserleitung im Haus mit einem Badezimmer samt Dusche, WC und Waschbecken, ein Einbauschrank, zwei Schreibtische sowie die Elektrogeräte in der Küche.

Woche 19

Neben Weihnachtsfeiern und Familienbesuchen, der Uni und einem Vollzeitjob standen in dieser Woche viele kleine Arbeiten an. Die Plissees wurden an den Fenstern angebracht und die Elektroinstallation abgeschlossen. Endlich funktionieren alle Lichtschalter und Steckdosen. Eine Besonderheit sind die Schalter und Steckdosen, welche im Nachttisch am Kopfende des Bettes integriert sind. Außerdem zog nach einigen Lieferschwierigkeiten ein Kühlschrank ein und auch Herd und Backofen befinden sich – zumindest provisorisch – schon in der Küche. Als letzten Punkt bereiteten wir den Einbau des Pelletofens vor, in dem wir das Loch für die Frischluftzufuhr in die Außenwand des Tiny Houses bohrten.

Woche 20: Wie Geht es Weiter?

Diese Woche steht neben dem Einbau und Anschluss von Herd, Backofen und Spüle auch der Ofen auf dem Programm. Als Feuerschutz bekommt er an die Rückwand eine Metallplatte gesetzt und wird auf dem Boden auf einer Glasplatte stehen. Außerdem wollen wir Ende der Woche eine kleine Einzugsfeier geben. Ab dem Wochenende genießen wir dann die Ruhe und die Weihnachtszeit in unserem kleinen Haus. Mit der Baustelle geht es dann im neuen Jahr weiter. Den entsprechenden Artikel dazu findet ihr hier.

5 Replies to “Update von der Tiny House Baustelle – Der Innenausbau

  1. Ein wirklich schöner Blogbeitrag. Ich finde Tiny-Houses auch wirklich spitze! Ich wohne seit einem Jahr in einem Hymer Eriba Nova Wohnwagen und vermisse nichts. Ich spare mir die Miete statt sie einem Betongold-Hai in den Rachen zu werfen – ein äußerst befreiendes Gefühl mit so viel mehr Geld auf dem Konto zu leben – was hierzulande ja stark besteuert wird… Ich finde es wirkt sehr gut gegen Burn-Out – Arbeiten, Steuern zahlen und den Rest für die Miete ausgeben ist bei mir Geschichte. Ich könnte mir gut vorstellen sogar weniger Arbeiten und weniger Steuern zahlen – Entschleunigung ich komme!
    Viele Grüße
    Sascha

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