Saisonale und regionale Lebensmittel

Erdbeeren, Mango, Tomaten und Avocado – all diese Lebensmittel finden wir auch im Winter in der Obst und Gemüseabteilung im Supermarkt. Die unbegrenzten Möglichkeiten haben dazu geführt, dass wir nicht nur das Gefühl für den Anbau und die Saison der einzelnen Lebensmittel vergessen, sondern auch unseren guten Geschmack verloren haben. Fakt ist: Tomaten im Dezember schmecken einfach wie Kohlrabi! Hinzu kommt die zusätzliche Umweltbelastung, die der Import von Obst und Gemüse mit dem Schiff, Flugzeug oder LKW mit sich bringt.

Das richtige Bewusstsein für Lebensmittel haben mir meine ersten Paprika- sowie Tomatenpflanzen auf dem Balkon gegeben. Vom Samen bis zur ausgewachsenen Pflanze und den leckeren roten Früchten braucht es nicht nur einige Monate, sondern auch viel Sonne, Wasser und Liebe. Am Ende wurde ich mit einem Geschmack belohnt, der nicht überboten werden kann. Der Anbau von eigenem biologischen Obst und Gemüse ist wohl die nachhaltigste Form der Versorgung. Bei keinen anderen Lebensmitteln weiß man so genau wo sie gewachsen sind, woher das Saatgut stammt und ob die Tomaten oder Paprikas gespritzt wurden. Darüber hinaus richtet sich die Erntezeit nach den Jahreszeiten und der jeweiligen Sorte.

Bauernregel: September warm und klar, verheißt ein gutes nächstes Jahr.

Solidarische Landwirtschaft (Solawi)

Vor einigen Monaten habe ich das erste Mal einen Hof bzw. Gärtnerei der Solidarischen Landwirtschaft besucht und war von dem Konzept absolut begeistert. Ziel der Gemeinschaft ist es mit mehreren Haushalten zusammen die Kosten eines landwirtschaftlichen Betriebes zu decken. Dabei setzt das Prinzip nicht nur auf die Risikoverteilung, sondern vor allem auch auf Fairness in der Landwirtschaft.

Die Lebensmittel verlieren ihren Preis und erhalten so ihren Wert zurück.

Wolfgang Stränz, Buschberghof

Die Mitglieder (beteiligten Haushalte) bestimmen über den Anbau und die Sorten von Obst und Gemüse mit und bekommen wöchentlich einen Anteil der Ernte. Dabei sorgt die freiwillige Mitarbeit bei der Ernte auf dem Feld dafür, dass man ein neues Bewusstsein für die Lebensmittel entwickelt. Auch krumme Mohrrüben oder angebissene Rüben werden unter den Mitgliedern verteilt. Bei Ernteüberschuss wird zum Beispiel zusammen eingekocht und die Lebensmittel so für den Winter haltbar gemacht.

Markt & Bauernhof

Auch auf dem Wochenmarkt ist die Auswahl an regionalem und saisonalen Lebensmitteln groß. Aber Achtung: Nicht jeder Bauernstand verkauft ausschließlich eigenes Obst und Gemüse, welches frei von schädlichen Pestiziden ist. Hier lohnt es sich nachzufragen oder den Bauernhof einmal selber zu besuchen. Einige Bauernhöfe bieten auch direkt vor Ort einen kleinen Verkauf der eigenen Produkte an. Zusätzlich informiert ein Saisonkalender über die Obst und Gemüseausbeute des jeweiligen Monats.

Biokiste

Nicht immer ist es möglich zwischen Studium, Arbeit, Haushalt und Familienleben Zeit für den Gang zum Markt zu finden, zumal dieser nicht selten Vormittags stattfindet. Auch den Anbau von eigenem Obst und Gemüse ist vielleicht nicht für jeden das Richtige. Deshalb möchte ich an dieser Stelle noch die Biokiste erwähnen. Inzwischen gibt es das Konzept in unterschiedlichen Ausführungen fast überall in Deutschland. Je nach Bedarf bestellt man wöchentlich oder auch alle zwei Wochen eine Kiste mit Obst und Gemüse, aber auch Milchprodukte oder Fleisch. Die Lebensmittel (bevorzugt aus der Region) werden dann nach Hause geliefert. Aber Achtung: Hierbei ist Sortiment ist vom Anbieter abhängig und reicht oft über die regionalen und saisonalen Lebensmittel hinaus. Tomaten stehen auch hier im Winter oft zur Auswahl.

Bioladen

Ärgere ich mich im Supermarkt oft über die vielen Plastikverpackungen beim Obst und Gemüse oder über viel zu viele billige Lebensmittel aus Spanien, so ist ein Einkauf von saisonalen und regionalen Lebensmitteln in inhabergeführten Bioläden deutlich einfacher. Dazu kommt, dass ein kleiner Laden im Gegensatz zum (Bio)Supermarkt viel besser auf die einzelnen Wünsche der Kunden eingehen kann. Auch in vielen Unverpacktläden befindet sich eine Obst und Gemüseecke, die je nach Jahreszeit unterschiedlich bestückt ist. Aber Achtung: Das Sortiment ist vom Laden abhängig und reicht an einigen Stellen über die regionalen und saisonalen Lebensmittel hinaus.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.