Saisonal kochen: 12 Rezepte für das Jahr

Rotkohlsalat mit Sprossen

Für das neue Jahr habe ich wieder viele neue Gartenpläne gemacht. Ich möchte noch einige zusätzliche Beete anlegen, weitere Gemüsesorten anbauen, überwiegend saisonal und regional kochen sowie noch mehr Ernteüberschuss für den Winter einmachen. Das letzte Jahr hat mir bereits gezeigt, wie vielfältig ein Speiseplan mit regionalen und saisonalen Lebensmitteln aussehen kann. Den Glaube, dass es im Winter nur Kohl gibt, kann ich demnach nicht bestätigen. Bei mir gibt es im Winter auch Kartoffeln aus Lagerung, Zwiebeln, Lauch sowie Spinat, Rote Bete und Feldsalat aus dem Hochbeet und eingekochte Tomaten. Zusätzlich ist meine Tiefkühltruhe noch voller Bohnen aus dem Sommer. Die vielfältigen Kohlsorten ergänzen dies nur noch. Um neue Gerichte kennenzulernen und die Gemüsevielfalt noch weiter auszukosten, möchte ich euch 12 Rezepte für das Jahr vorstellen. Einen ausführlichen Saisonkalender findet ihr hier.

Januar: Rotkohlsalat

Den Anfang macht im Januar Rotkohlsalat, welcher nicht nur zu einer herzhaften Brotzeit, sondern auch als Beilage zu warmen Speisen passt.

Zutaten:

  • ein kleiner Rotkohl
  • 3 EL Kräuteressig
  • 2 EL Olivenöl
  • 1 EL Zitronensaft
  • 2 EL Sprossen

Anleitung:

Beim Rotkohl den Strunk entfernen und den Kopf raspeln. Einige Sprossen wie Mungbohnen oder Alfalfa dazugeben. Die übrigen Zutaten für das Dressing mischen und mit dem Kohl vermengen. Anschließend mit Salz und Pfeffer abschmecken. Als Variation passen auch noch eine geriebene Mohrrübe oder Feta/Feto zum Salat.

Februar: Selbstgemachte Nudeln

Da im Winter manchmal etwas Farbe im Essen fehlt, verwende ich sehr gerne eine Vielzahl an getrockneten Kräutern sowie Tomatenflocken. Das Grundrezept für die Nudeln stammt von @frau_linda. Ich habe es an dieser Stelle nur noch etwas verfeinert.

Zutaten für vier Portionen:

  • 250g Mehl
  • 150g Hartweizengrieß
  • 5 EL Olivenöl
  • 160 ml Wasser
  • 1 TL Salz
  • 2 TL Pizzagewürz (Basilikum, Oregano, Thymian, …)
  • 1 TL getrocknete Tomatenflocken

Anleitung:

Die Zutaten mischen und mit den Händen zu einem geschmeidigen Teig kneten. Sollte dieser noch zu bröselig sein, etwas Wasser hinzufügen. Anschließend den Teig möglichst flach ausrollen. Da ich keine Nudelmaschine besitze, habe ich hierfür ein Nudelholz verwendet. Dünne Streifen ausschneiden und zu kleinen Nestern legen. Diese werden dann für 10 min in Salzwasser gekocht. Dazu passt Tomatensoße oder Pesto.

März: Pilze

Im Herbst liebe ich es im Wald Pilze zu sammeln. Ein besonderer Fan bin ich dabei von Steinpilzen. Allerdings möchte ich auch im Winter und im Frühling nicht auf Pilze verzichten und getrocknete können frische Pilze nicht immer ersetzen. Auch gibt es nicht immer und überall lose Biopilze zu kaufen.

Aus diesem Grund zieht bei uns ab und zu eine Pilzkisten ein, sodass wir unsere Champignons selber züchten können. Die Pilzzuchtsets kaufe ich bei Pilzmännchen. Die Pilze landen dann in Soßen als Rahmchampignons oder als Zusatz auf Pizza und im Raclette.

April: Pesto

Mitten in der Bärlauchsaison ist es Zeit für Nudeln mit frischem Pesto. Auch der Spinat ist jetzt erntereif und lässt sich mit Zitrone und Knoblauch in eine würzige Sauce verwandeln.

Zutaten:

  • 250g Blattspinat
  • 1/2 Bund Schnittlauch
  • 1 Knoblauchzehe
  • 8 EL Olivenöl
  • ein Spritzer Zitronensaft

Anleitung:

Für das Spinatpesto den Spinat waschen und mit den übrigen Zutaten in einem Mixer zerkleinern. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Optional können noch Nüsse oder Pinienkerne hinzugefügt werden.

Mai: Grüner Spargel

Im Mai ist die Auswahl an saisonalem Gemüse mit den vielen Salatsorten und Spargel wunderbar vielfältig. Außerdem liegt der Geschmack vom Sommer in der Luft. Ich kaufe ausschließlich grünen Spargel, denn dieser darf im Gegensatz zum weißen Spargel auch oberhalb der Erde wachsen. So benötigen die Erddämme keine schwarze Folie zur Abdeckung. Das spart nicht nur Müll, sondern vermeidet auch die Beeinträchtigung von Vögeln. Mehr dazu hier. Zusätzlich finde ich es sehr praktisch, dass man den grünen Spargel nicht schälen muss.

Als gesunde Beilage brate ich den grünen Spargel gerne nur in Olivenöl an. Im letzten Jahr wurde zusätzlich ein Spargelauflauf mit getrockneten Tomaten in Gemüsebrühe mein Lieblingsessen.

Juni: Vegetarische Burger

Endlich haben Gurken wieder Saison. Zusammen mit Pflücksalat gibt es deshalb bei mir im Sommer fast jeden Abend eine große Schüssel Salat zum Abendbrot dazu. Außerdem sehr beliebt sind vegetarische Burger. Als Pattie nutze ich entweder Linsenbratlinge, selbstgemachte Kidneybohnenbuletten oder Pilze. Dazu kommt Gurke, Salat, Käse und Ketchup. Anstatt pappiger Burgerbrötchen kaufe ich lieber normale Brötchen beim Bäcker oder backe diese selber.

Juli: Kohlrabischnitzel

Im Juli finden wieder viele Grillpartys statt. Für Abwechslung sorgen dabei bunte Gemüsespieße mit Mohrrüben, Zucchini, Zwiebeln und Kohlrabi. Mit Kohlrabi entstehen aber noch ganz andere Leckereien wie zum Beispiel vegane Schnitzel.

Zutaten:

  • 1 Kohlrabi
  • 2 EL Mehl
  • 3 EL Wasser
  • 4 EL Semmelbrösel
  • 2 TL Hefeflocken, etwas Paprikapulver, Salz und Pfeffer

Anleitung:

Den Kohlrabi schälen und in 1 cm dicke Scheiben schneiden. Dann in einer Pfanne mit Wasser dünsten, bis die Scheiben anfangen weich zu werden. Mehl mit Wasser mischen. Die Kohlrabischeiben abtropfen lassen und erst in der Mehlmischung, dann in der Kombination aus Semmelbrösel, Hefeflocken und den Gewürzen wenden. In einer Pfanne mit Öl braten, bis die Kohlrabischnitzel von beiden Seiten goldbraun sind.

August: Gefüllte Paprika

Letztes Jahr im August waren die Paprikas in meinem Hochbeet zwar noch grün, aber beim Biobauern meines Vertrauens konnte ich schon viele rote Exemplare kaufen. Diese wurden zusammen mit Kartoffelwedges zu einem wunderbar Essen.

Zutaten für Zwei Portionen:

  • 2 Paprikas
  • 100g Lauch
  • 150g Feta
  • 100ml Tomatensoße
  • Optional: Mohrrübe, Mais

Anleitung:

Die Paprikaschoten fingerbreit vom Stiel entfernt aufschneiden und das Kerngehäuse entfernen. Anschließend mit Lauch, Feta und Tomatensoße füllen. Auch sehr lecker sind zusätzlicher Mais oder angebratene Mohrrüben. Als vegane Variante den Feta weglassen oder diesen durch veganen Reibekäse ersetzen. Abschließend den abgeschnittenen Deckel mit dem Stiel wieder auf die Paprikas setzen und diese in eine Auflaufform stellen. In die Form je nach Größe ca. 200 ml Wasser geben, sodass der Boden gut bedeckt ist. Bei 180 Grad Umluft für 30-40 min im Ofen backen.

Vorher habe ich passend dazu schon die Ofenkartoffeln in einer zweiten Auflaufform vorbereitet. Dafür schneide ich Kartoffeln mit Schale in Spalten und vermenge sie mit Olivenöl und Mehl. Die Ofenkartoffeln kommen dann schon 10 min vor den Paprikaschoten in den Ofen, damit sie 50 Minuten bei 180 Grad Umluft backen können. Eigentlich benötigen sie nämlich eine etwas höhere Temperatur. Zwischendurch immer mal in der Ofenform umrühren und darauf achten, dass die Kartoffelspalten nicht anbacken sowie von beiden Seiten knusprig werden.

September: Rote Bete Pfanne

Rote Bete habe ich im letzten Jahr so reichlich ernten können, dass wir mit dem Essen nicht hinterherkamen. Folglich habe ich eine große Rutsche eingekocht. Der Rest wanderte in Suppen und Gemüsepfannen.

An dieser Stelle möchte ich euch den Tipp geben, dass man auch die Blätter der Roten Bete verarbeiten kann. Für eine leckere Gemüsepfanne koche ich die Rote Bete mit Schale für ca. 30 Minuten. Die entfernten Blätter trenne ich währenddessen vom Stiel. Der Stiel kann dann in Olivenöl wie Spargel zusammen mit anderem Gemüse zum Beispiel Zucchini angebraten werden. Anschließend wird die gekochte Rote Bete geschält und zum übrigen Gemüse hinzugegeben. Danach können die Blätter wie Mangold mitgedünstet werden. Die Pfanne mit Tomatensoße und Kräutern sowie Gewürzen verfeinern. Fertig. Dazu passen Reis, Bulgur oder Kartoffeln.

Oktober: Die letzten Tomaten

Mit dem Oktober geht die Tomatensaison langsam zu Ende, aber vorher kann nochmal groß geerntet werden. Neben Tomatensalat gehört auch Bruschetta zu meinen Lieblingsessen.

Zutaten:

  • 1 Baguette
  • 400g Tomaten
  • 1/2 Zwibel
  • 1 Knoblauchzehe
  • Basilikum oder Schnittlauch
  • 5 EL Olivenöl

Anleitung:

Das Rezept ist so simpel, dass man es fast nicht Rezept nennen kann. Ihr braucht als Grundzutat nur Baguette, welches ihr mit etwas Olivenöl in einer Pfanne oder auf dem Grill röstet. Für das Topping werden die Tomaten kleingeschnitten und mit Zwiebel, Knoblauchzehe, einer Handvoll Basilikum oder einem halben Bund Schnittlauch sowie Olivenöl vermischt. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und auf dem warmen Baguette verteilen.

November: Feldsalat

Der Winter steht vor der Tür, aber mein Speiseplan sieht noch lange nicht langweilig aus. Insbesondere Feldsalat bringt Frische auf den Teller. Für ein passendes Dressing mische ich 2 EL Olivenöl mit 2 EL Zitronensaft sowie 1 EL Jogurt. Zu den 250g Feldsalat kommt dann noch eine geraspelte Mohrrübe.

Dezember: Wirsingrouladen

Mit den Rouladen endet das Jahr und meine kleine Sammlung an saisonalen Rezepten. Durch die regionale Verfügbarkeit der verwendeten Lebensmittel können Transportwege eingespart und Emissionen reduziert werden. Es braucht keine Gewächshäuser und oft auch weniger Verpackungsmüll.

Zutaten für zwei Portionen:

  • 4 große, äußere Wirsingblätter
  • 1 Mohrrübe
  • 70g Bulgur
  • 1 Zwiebel
  • 200 ml Gemüsebrühe
  • Butter oder Margarine

Anleitung:

Den Bulgur je nach Sorte (grob, fein) kochen oder für 20 Minuten im heißen Wasser quellen lassen, bis dieser gar ist. Anschließend das übrige Wasser abgießen und den Bulgur mit Salz, Pfeffer und anderen deftigen Gewürzen wie etwas Bohnenkraut oder Liebstöckel verfeinern. Ich nutze an dieser Stelle immer eine fertige Bio-Gewürzmischung. Oft kommen auch noch ein paar getrocknete Kräuter wie Petersilie und Oregano dazu. Währenddessen die Wirsingblätter in Salzwasser blanchieren, kalt abschrecken und mit einem Geschirrtuch trocken tupfen. Den harten Teil vom Stunk wegschneiden. Die Mohrübe zusammen mit der Zwiebel würfeln und scharf anbraten.

Dann ein Viertel der Gemüse-Bulgurfüllung in die untere Mitte eines Wirsingblattes platzieren und die beiden Seiten einschlagen. Von unten das Kohlblatt aufrollen und das Blattende mit einer Rouladenklammer wie auf dem Foto fixieren. Für die weiteren drei Rouladen identisch verfahren. Abschließend können die Rouladen in Butter oder Margarine von allen Seiten angebraten werden. Dann 200ml Gemüsebrühe zugießen und die Rouladen bei geschlossenem Deckel für 15 min in der Pfanne dünsten.

Weitere Rezepte sind unter der Kategorie Food zu finden.

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