Buchreview: Stadt, Land, Überfluss

Heute möchte ich mal wieder eine Buchempfehlung aussprechen. Ich habe nämlich vor kurzem im Urlaub das Buch Stadt, Land Überfluss – Warum wir weniger brauchen als wir haben von Jörg Schindler gelesen und ich bin begeistert von dem Buch! Beim Lesen dachte ich oft genug, dass wenn ich jemals ein Buch verfassen sollte, dann würde ich es ganz genau so schreiben! Der Autor schafft es auf wunderbare Weise mit den richtigen Fakten und der richtigen Menge an Fakten den Leser zu fesseln, wie bei einem spannenden Roman. Gleichzeitig wird dem Leser viel neues Wissen bereit gestellt. Ich zumindest habe wieder ein bisschen mehr über unsere Gesellschaft gelernt.

Wachstum = Wohlstand = Zufriedenheit.

Diese Gleichung hat sich über die Jahre in die Köpfe der Menschen eingebrannt. Warum aber stetiges Wachstum nicht glücklicher macht, zeigt das Buch sehr genau. Es geht halt nicht immer schneller, höher und weiter. Menschen, die es nicht mehr geschafft haben weiter zu kommen und gefallen sind, gibt es genug. Nur meistens bekommen wir nichts von ihnen mit und sehen nur die perfekten Menschen in der Werbung.

Kleine Geschichten über Menschen geben dem Buch die Abwechslung.

Jörg Schindler schreibt über Menschen, die gegen diesen Perfektionismus sind. So erzählt er in seinem Buch von zwei Berlinern, die krummes Gemüse verkaufen und von Menschen, die das weggeworfene Essen der Supermärkte aus dem Mülleimer retten. Doch leider ist dies eher noch die Ausnahme, als die Regel. In den vergangenen Jahren haben wir Deutsche immer weiter bei unseren Lebensmitteln sparen wollen, sodass wir inzwischen nur noch knapp 10 % unseres Nettoeinkommens für unser Essen ausgeben.

Ein Blick ins Inhaltsverzeichnis des Buches zeigt, dass neben dem immer billigeren Essen, der immer schöneren Körperkultur auch die immer weiteren Reisen und die immer schweren Autos eine wichtige Rolle in unserer Gesellschaft spielen. Dabei enpfinde ich insbesondere die Kapitel Immer alles: Shoppen sowie Immer Schneller: Alltag als sehr wichtig!

Egal, welche Arbeit wir haben: Sie macht keinen Spaß.
Egal wie viel Geld wir haben: Es reicht nicht aus.
Egal wie viel Zeit wir sparen: Sie ist zu knapp.

Unzufriedenheit macht krank. Überfluss auch.

Laut Schindler besitzt jeder Mensch durchschnittliche 10.000 Dinge. Kein Wunder also das ich das Gefühl habe meine Wohnung hat immer weniger Platz… Vieles dieser Dinge hat seinen eigentlichen Wert verloren. Zu schnell kann es ersetzt bleiben. Dabei sollten wir auch unter Berücksichtigung der Umwelt viel mehr auf Repair-Cafes setzen, unseren Besitz pflegen und wertschätzen. Vielleicht würden wir dann auch weniger Dinge brauchen.

Ich kann euch dieses wunderbare Buch nur ans Herz legen und dazu ermuntern über das Geschriebene intensiv nachzudenken. Dabei sollten wir uns öfter fragen, was uns eigentlich im Leben so wirklich glücklich macht.

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