Buchreview: In Ordnung

Ordnung ist das halbe Leben? Vielleicht stimmt dieses Sprichwort nicht ganz, aber trotzdem hat es einen wahren Kern. Wer Ordnung hält, vergeudet weniger Zeit mit dem Suchen, behält einen klaren Kopf und fühlt sich wahrscheinlich auch in seinen eigenen Wänden wohler. Die wahren Ordnungskünstler sind die Minimalisten unter uns. Sie kennen keine vollgestopften Schubladen mit T-Shirts oder Gläsern.

Sollten wir jetzt alle minimalistisch leben, um mehr Ordnung in unsere Wohnung und unser Leben zu bekommen? Vielleicht. Allerdings denke ich, dass es fast unmöglich ist nur Sachen zu besitzen, die einen glücklich machen. Manche Dinge sind auch einfach zweckmäßig. Deshalb kann ich mich auch leider überhaupt nicht mit Marie Kondo und ihren “Does it spark joy?” anfreunden. Wer nicht weiß wovon ich rede – kein Problem! Ihr habt nicht viel verpasst.

Einfachheit bedeutet, an der richtigen Stelle zu kürzen.

Simon Zirkunow

Minimalismus bedeutet für mich nicht allein weniger zu besitzen, sondern vor allem weniger und bewusst zu konsumieren. Ich brauche keine 30 Kugelschreiber, welche ich als Werbegeschenk bekommen habe und eh nicht richtig funktionieren. Was ich brauche sind eins, zwei oder vielleicht drei ausgewählte Schreibgeräte, die immer dort sind, wo ich sie brauche. Und aus diesem Grund möchte ich euch folgendes Buch vorstellen:
In Ordnung – wie man richtig aufräumt und minimalistisch wohnt von Julie Carlson und Margot Guralnick.

Das Buch zeigt einem in erster Linie nicht, wie man besonders schnell ausmistet, sondern wie man die Dinge, die man bereits besitzt, effektiv sortiert oder aufbewahrt. Dabei sind die Kapitel nach den Räumen: Eingang, Küche, Bad, Hauswirtschaftsraum sowie größeren Projekten wie dem Kleiderschrank und dem Arbeitsplatz gegliedert. Um meine eigene Wohnung zu ordnen habe ich mich dabei an den drei wichtigsten Grundgedanken des Buches orientiert:

1.Kenne den Bestand.

So habe ich damit angefangen eine Bestandanalyse von den Gegenständen zu machen, die ich in jedem Raum besitze.

2. Vorhandenes Nutzen.

Um mein kleines Putzmittel- und Spüllappenchaos zu organisieren habe ich einige Körbe gebraucht. Anstatt diese aber neu zu kaufen, habe ich einen alten Präsentkorb sowie eine Pappkiste umfunktioniert.

3. Überflüssiges Verschenken.

Beim effektiven Aufräumen und Sortieren habe ich jeden Gegenstand, den ich besitze, in der Hand gehalten und mir überlegt warum ich ihn besitze. Kaputte Dinge wurden repariert oder ersetzt. Unbenutzte Sachen an Freunde verschenkt oder über Kleinanzeigen verkauft. Manche aussortierte Besitztümer habe ich auch ertsmal in einer Kiste gelagert, um herauszufinden, ob ich diese nicht doch nach einiger Zeit vermisse.

Oft haben wir nicht unbedingt zu wenig Platz in den eigenen vier Wänden, sondern nutzen den eigenen Platz nicht effektiv genug.

Im Buch hat es mir besonders das Kapitel Küche angetan. Hier werden nicht nur Tipps für eine platzsparende Aufbewahrung von Geschirr oder Topfdeckeln gegeben, sondern auch das Thema Plastik angesprochen. Für einen bewussten und reduzierten Konsum ist es wichtig vor allem auf langlebige Gegenstände zu setzten. Gläser haben im Gegensatz zu Plastikdosen den Vorteil, dass sie weder schädlich sind, noch irgendwann unappetitlich aussehen. Zusätzlich kann man Lebensmittel in Gläsern sowohl stapeln, als auch genaustens im Blick behalten, sodass keine Vorräte in Vergessenheit geraten. Der Expertentipp ist hierbei sich auch im Kühlschrank bestimmte Zonen einzurichten und Lebensmittel, die schnell verbraucht werden müssen, im vorderen Bereich zu platzieren.

Beim Lesen ist mir aufgefallen, wie viel effektiver ich noch die Wände von Küche und Bad nutzen kann. So lässt sich ein Föhn zum Beispiel in einem Beutel aus Segeltuch oder Gemüsenetz wunderbar aufhängen – ganz ohne Kabelsalat. Auch ein Garderobenständer sorgt im Badezimmer für Ordnung für die Handtücher.

Auf den letzten 50 Seiten befinden sich dann die Lieblinge der Autoren. Hier werden Hersteller empfohlen (leider viele aus den USA) und praktische Dinge für den plastikfreien Haushalt. Mit dabei sind neben Körben und Edelstahldosen auch Heftklammern und Gummibändern aus Naturlatex. Zu kaufen gibt es diese zum Beispiel bei Manufactum. Für die erste Inspiration sind die Vorschläge wirklich hilfreich, allerdings besuche ich lieber Flohmarkte und stöbere durch Second-Hand-Läden anstatt gleich alles neu zu kaufen. Auch durchs Tauschen mit Freunden oder auf Kleidertauschpartys findet man großartige Schätze.

Anmerkung: Das Buch wurde mir freundlicherweise kostenlos vom Verlag zur Verfügung gestellt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.