Plastikfreie Küche: Materialkunde Emaille

Emaille kannte ich früher eigentlich nur von meinen Großeltern. Da waren Schnabeltopf und Milchkanne noch ein absolutes Must-Have im Haushalt. Bei mir hat es fast 20 Jahren gedauert, bis eine nostalgische Milchkanne bei mir einzog und ich die Vorzüge von Emaille schätzen lernte. Es folgten mehrere Töpfe, Eimer, Schüsseln und natürlich auch ein Schnabeltopf. Die meisten Sachen habe ich auf dem Flohmarkt gekauft und als neuentdeckte Schätze mit nach Hause gebracht.

Leicht, rostfrei, kratzfest und umweltfreundlich.

So kann man die Vorteile von Emaille zusammenfassen. Aber das Material kann noch mehr. Denn es ist hitzebeständig, lebensmittelneutral und plastikfrei! Warum ich das so hervorheben? Leider besitzen zum Beispiel viele Pfannen eine Teflon Beschichtung, bei der es sich um nichts anderes als um eine dünne Kunststoffschicht handelt. Diese künstliche Anti-Haftbeschichtung zerkratzt sehr leicht und abgesehen von den gesundheitlichen Bedenken, mindert dies auch die Lebenszeit der Pfanne. Emaille hingegen hält ein Leben lang (vorausgesetzt man lässt es nicht herunterfallen).

Ein weiterer Vorteil ist die Vielfalt des glatten Materials, welches sich im Gegensatz zu Edelstahl in den verschiedensten Farben einfärben lässt. Von altertümlichen Blumenmustern bis knalligen Rotton sind den Variationen keine Grenzen gesetzt. Auf Flohmärkten findet man allerdings in erster Linie das klassische Emaillegeschirr in weiß mit blauem Rand. Aber auch in die Haushaltsgeschäfte erobert sich Emaille seinen Platz zurück. Besonders bekannt sind dabei die österreichische Marke Riess Emaille sowie das britische Unternehmen Falkon.

Aber bedeutet Kochgeschirr aus Emaille nicht auch…

Emaille hat als Stoff nicht irgendwelche Superkräfte und so gibt es auch einige Nachteile. Allen voran ist die heiße Oberfläche beim Kochen zu nennen. So erhitzt sich nicht nur der Kochtopf, sondern auch die Griffe und der Deckel des Topfes.

Ist die glatte Oberfläche vom Emaillegeschirr eigentlich super einfach zu reinigen, macht mir der Silberrand meiner Töpfe doch zu schaffen. Er lässt sich nur schwer reinigen, denn viele Ablagerungen sammeln sich gerne drumherum. Als weiterer Nachteil kann noch genannt werden, dass wenn das Geschirr mal runterfallen sollte, Materialabplatzungen keine Seltenheit sind. Ich finde allerdings, dass dies gerade bei Eimern Charme hat.

Emaille im Haushalt

Emaille eignet sich nicht nur in der Küche, sondern lässt sich an vielen weiteren Stellen im Haushalt finden. Im Bad zum Beispiel als Material für Seifenschalen. Aber auch Mülleimer oder Eimer werden aus Emaille hergestellt. Ich habe zwei Emailleeimer, die ich auch gerne im Garten nutze. Sie beinhalten mal Regenwasser oder auch mal Äpfel, die ich für Apfelmus unterm Baum aufgelesen habe.

Exkurs:
In den 1890 und 1960er Jahren waren Blechschilder mit Emailleüberzug für Werbezwecke sehr beliebt. Später wurden diese Schilder auch als Straßenschild genutzt.

Emaille im Wohnmobil

Das geringe Gewicht von Emaille im Vergleich zu zum Beispiel Glas entpuppt sich als großer Vorteil beim Camping. So besitzen wir neben Bechern aus Edelstahl auch Tassen aus Emaille. Anstatt Plastikkanistern reisen wir mit einer Milchkanne, die es uns ermöglicht auf den Campingplätzen unser Trinkwasser abzufüllen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.