Nachhaltige Pfannen

Bei der Wahl der passenden Pfanne sind nicht nur Größe, Höhe und Pfannengriff entscheidend, sondern vor allem das Material. Besonders verbreitet sind die günstigen Teflonpfannen auch PTFE-Pfannen genannt. Teflonpfannen werden mit ihrer künstlichen Anti-Haftbeschichtung als besonders leicht zu reinigen beworben. Außerdem haben sie den Vorteil, dass keine Speisen anbacken.

Leider haben sie auch eine Reihe von schwerwiegenden Nachteilen. Die kunststoffhaltige Beschichtung ist sehr kratzanfällig, sodass sich mit der Zeit einzelne Teile der Beschichtung lösen können. Hinzu kommt das Teflon nicht unendlich hitzebeständig ist. So werden bei zu hohen Temperaturen giftige Gase abgegeben. Die größten Probleme entstehen aber schon bei der Herstellung. So werden für die Kunststoffbeschichtung eine Reihe von Schadstoffen eingesetzt. Laut Verbraucherzentrale Bayern gelangten diese in Bayern in der Vergangenheit bereits in Wasser und Böden. Auch die Entsorgung ist problematisch, denn ausgediente Pfannen können aufgrund der unterschiedlichen Materialien nicht recycelt werden. Sie werden einfach verbrannt.

Zum Glück gibt es eine Reihe von nachhaltigeren Pfannen. Eine kleine Auswahl dieser möchte ich hier einmal genauer Vorstellen. Weitere Alternativen wie schmiedeeiserne Pfannen oder Kupferpfannen kann ich leider nicht ausführlich vorstellen, aber da ich diese nicht besitze und somit leider keine Erfahrungswerte habe.

Gusseiserne Pfannen

Seit einem Schwedenurlaub vor einigen Jahren bin ich ein riesiger Fan von gusseisernen Pfannen. Die Begeisterung ist so groß, dass ich sogar schon einen kompletten Artikel über deren Materialvorteile verfasst habe. Die Langlebigkeit sowie Energieeffizienz sind nur zwei davon, denn die robusten Pfannen halten die Wärme auch nach dem Braten besonders lange. Als Besonderheit ist außerdem die natürliche Anti-Haftbeschichtung (Patina) zu nennen, die sich über die Jahre durch das Braten mit Öl aufbaut. Vor der ersten Benutzung müssen viele Gusseisenpfanne deshalb auch erstmal “eingebrannt” werden.

Um die Schutzschicht nicht zu beschädigen dürfen gusseiserne Pfannen auch nie in die Spülmaschine und sollten nur von Hand mit Wasser und einer Bürste abgewaschen werden.

Emaillepfannen

Auch eine Emaillepfanne verhindert dank ihrer glatten Oberfläche auf natürliche Weise ein Anbrennen der Speisen. Allerdings benötigt diese im Vergleich zur Gusseisenpfanne lieber etwas mehr Öl zum Braten. Wichtig ist dabei die Emaillepfanne immer nur stufenweise und nie leer zu erhitzen.

Zur Herstellung von Emailleprodukten wird Eisen mit silikatischem Glas (Emaille) bei 850°C verschmolzen, sodass im Fall einer Entsorgung ein vollständiges Recycling möglich ist. Emaille ist schnitt- und kratzfest, sodass nach dem Kochen die Pfanne auch direkt zum Servieren benutzt werden kann. Weiterer Vorteil: Die Pfannen sind für alle Herdarten geeignet und können auch über dem offenen Feuer verwendet werden. Langlebige Pfanen von Riess Emaille findet ihr zum Beispiel im Onlineshop daheeme.

Nachhaltige Pfannen aus Edelstahl?

Neben Pfannen aus Gusseisen und Emaille findet sich in meiner Küche auch eine besonders große Edelstahlpfanne, welche für Gemüsepfannen mit vieeeel Soße oder Brühe benutzt wird. Sonst kann es nämlich gut sein, dass das Essen anbrennt. In so einem Fall ist die Pfanne aber zum Glück sehr einfach in der Spülmaschine oder mit Wasser und einem Kupfertuch wieder gereinigt. Die Edelstahlpfanne ist auch für hohe Temperaturen geeignet, weshalb ein scharfes Anbraten von zum Beispiel Schnitzel in Öl (bei mir gibts nur Kohlrabischnitzel) möglich ist. Noch ein Vorteil: Edelstahlpfannen sind nicht nur leichter, sondern oft auch deutlich günstiger als Gusseiserne Pfannen.

Es gibt allerdings auch Nachteile, denn Edelstahl benötigt sehr lange, um heiß zu werden. Dies ist auch der Grund, warum viele dieser Pfannen einen Aluminiumkern enthalten. Die Förderung von Bauxit zur Herstellung von Aluminiumoxid und späterem Aluminium wiederum hat massiv negative Auswirkungen auf die Umwelt, denn als Abfallprodukt entsteht Rotschlamm. Dieser enthält sowohl ätzende Natronlauge, als auch Schwermetalle wie Quecksilber, Arsen oder Uran und kann nicht einfach weiterverarbeitet werden. So lagern allein in Deutschland Millionen Tonnen Rotschlamm auf Deponien. Weltweit gesehen sind die Tonnen an giftigem Abfall im Milliardenbereich, denn die Förderung erfolgt überwiegend in Schwellenländern wie Brasilien. Dortige Abbaubedingungen sind fragwürdig und führen zur verstärkten Rodung des Regenwaldes.

Am Ende werden aber für die Herstellung jeder neuen Pfanne – unabhängig vom Material – Ressourcen benötigt und CO2-Emissionen verursacht. Deshalb sollten wir nur das kaufen, was wir wirklich brauchen und auch über die Nutzung von Second Hand Produkten nachdenken.

Quellen:
1. Quelle Verbraucherzentrale Bayern 2.Quelle: Riess Emaille
3.Quelle: Hans Böckler Stifung
4.Quelle: Rotschlamm – Reststoff aus der Aluminiumoxidproduktion – Ökologischer Rucksack oder Input für Produktionsprozesse
5.Quelle: Umweltbundesamt

2 Replies to “Nachhaltige Pfannen

  1. Liebe Tati,
    danke für diesen guten Artikel, ich kaufe mir nun eine Emaille Pfanne (ist eh am hübschesten😎). Vielleicht find ich eine Secondhand.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.