Mein Kompost in der Stadtwohnung

Ich weiß eigentlich  gar nicht mehr so richtig wie ich auf die Idee mit meinem eigenen Kompost gekommen bin. Es war immer mal wieder ein verrückter Gedanke, von dem mein Freund nicht so begeistert war (Würmer in der Wohnung ihhhhhh).

Eines Tages hab ich mir dann einfach mal eine Anleitung zum Bau einer Wurmkiste rausgesucht, ab in den Baumarkt und jetzt haben wir 500 Würmer, die den ganzen Tag nichts anderes machen als essen und kacken. Sie verwandeln unseren Biomüll in wunderbaren Humus, den ich in einigen Monaten zum Düngen meiner Pflanzen nutzen kann.

Die Holzkiste: Gebaut habe ich meine Wurmkiste nach einer guten Anleitung von smarticular. Ich habe die Kiste noch um ein paar Rollen erweitert, sodass sie als mobile Sitzgelegenheit für den Balkon genutzt werden kann. Mein Tipp beim Bauen: spart nicht an den Schrauben!! Ich hab zuanfang den Fehler gemacht nur 3 Schrauben pro Seite zu nutzen. Als die Würmer dann eingezogen waren hatte ich nach kurzer Zeit das Problem, dass sich das Holz durch die Feuchtigkeit verbog (sieht man auch am Deckel meiner Kiste, aber das kann ich mit Leisten wieder richten).

Der Standort: Ursprünglich stand die Wurmkiste wie geplant auf dem Balkon. Leider fing das Wetter dann an schon im Mai an extrem heiß zu werden, sodass ich einfach befürchtete, dass meine Würmer austrocknen. Deshalb durfte die Kiste in die Wohnung umziehen. Dort stand sie aber aufgrund eines Platzproblem nicht lange. Also suchten wir einen neuen Standort und der ist bis jetzt im Hausflur. Meine Nachbarn fanden einen Kompost auf dem Flur weder verwunderlich noch störend. Ich glaube sie haben sich lansam an mich gewöhnt…

Und wie funktioniert das Ganze jetzt genau? Meine Kompostkiste besteht aus 2 Abteilungen. In der rechten Seite befinden sich feuchte Zeitungspapierschnipsel sowie etwas Erde vermischt mit den Würmern. Nach und nach gebe ich meinen Biomüll zu den Tieren. Das sind vor allem Reste von Paprika oder Karotte, aber auch Kaffepulver und Eierschalen. In die Wurmkiste darf alles an Obst und Gemüse, außer gekochte Lebensmittel, Zwiebel, Knoblauch und Zitrusfrüche. Zusätzlich kann man aber auch Haare, Staub, Brotreste oder Pflanzenreste kompostieren. Die Würmer zersetzen für mich das organische Material. Dabei mögen sie ihren Lebensraum gerne feucht. Aus diesem Grund besprühe ich die Oberfläche regelmäßig mit Wasser. Dafür kann ich nur empfehlen eine Sprühflasche zu nutzen. Am Anfang fing ich nämlich an die Kiste einfach leicht zu gießen und das Ganze wurde schnell zu feucht. Also habe ich mit trockenen Papierstücken wieder einen angenehmen Lebensraum geschaffen.
Das zweite Abteil ist mit einem Drahgitter von der befüllten Hälfte abgetrennt. Sollte also in ein paar Monaten meine eine Kompostseite voll sein, beginne ich nur noch auf der anderen Seite zu füttern. So wandern die Würmer mit der Zeit zur Nahrung hin und ich kann meinen entstandenen Humus benutzen.

Da dieses kleine Ökosystem genau auf einander abgestimmt ist stinkt mein Kompost nicht.
Im Gegenteil sogar – beim Öffnen verströhmt er einen angenehmen Duft nach Kaffepulver (in unserer Kiste landet echt viel davon).
Zu Beginn musste ich lernen, einzelne Symptome zu deuten. So kann Schimmel zu viel Futter bedeuten. Was man am Anfang aber besonders braucht ist Gedult und davon habe ich eindeutig zu wenig. Die Würmer müssen sich erst vom Umzug erholen. Auch kann man nicht erwarten, dass die Würmer am nächsten Tag eine ganze Scheibe Brot zerlegt haben. Dabei ist es sowieso besser große Teile zu zerkleinern, damit sie schneller zersetzt werden können. Unsere Würmer decken wir übrigens mit einer Schicht feuchtem Zeitungspapier ab. Das schützt vor Fliegen und auch die Würmer vor Licht und Austrocknen. Auch hebe ich das Futter manchmal leicht unter das vorhandene Material im Kompost. Ich bilde mir ein dann gehen die Würmer eher hin und fressen die übriggebliebenden Lebensmittel auf.

Meine Würmer sind übrigens keine Regenwürmer, die man aus dem Garten kennt, sondern Kompostwürmer. Die kann man entweder vom Kompost sammeln oder auch bei Händlern kaufen. Wer seine Kiste nicht selber bauen möchte, der kann auch eine fertige Kompostkiste kaufen. Mehr Informationen bekommt ihr zum Beispiel hier.

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