Jeden Tag in unserem Leben sind wir von Technik umgeben. Morgens beim Aufstehen trällert das Radio, wir schreiben Nachrichten über unser Smartphone und sitzen auf Arbeit vor einem Computer. Wie kann man beim Kauf und bei der Nutzung von Unterhaltungselektronik bewusste Entscheidungen treffen? Der folgende Artikel zeigt einige Kriterien, die bei der Auswahl und Nutzung von Geräten hilfreich sein können.


Kriterien für Technik
Langlebigkeit:
Jedes Produkt, welches nicht nach kurzer Zeit defekt ist oder obsolet wird, ist besser als ein Wegwerfprodukt. Dies gilt nicht nur im Bereich der Mode (Stichwort Fast-Fashion), sondern auch im Bereich der Unterhaltungselektronik. Um die Langlebigkeit eines Produkts zu bewerten, kann der erste Schritt ein Blick auf Produktbewertungen im Internet sein. Oft stellt man bereits dadurch fest, wie haltbar oder robust ein Gerät ist.
Heutzutage außerdem ein wichtiger Faktor: Lässt sich das Gerät auch ohne Cloud- oder Internetzugang nutzen, zumindest die wichtigsten Funktionen? Viele der „smarten“ Lautsprecher beispielsweise funktionieren nur mit einem Account beim Hersteller. Hier sollte man hellhörig werden: Für wie lang garantiert dieser die Funktion? Nicht wenigen Nutzern eines Herstellers für Multiroom-Lautsprecher ist es vor etwa einem Jahr so ergangen: Sie haben einen voll funktionsfähigen, technisch einwandfreien Lautsprecher privat weiterverkauft, der Käufer jedoch konnte den Lautsprecher nicht mehr aktivieren, weil der Hersteller die entsprechende Funktion für die alte Generation der Geräte deaktiviert hatte. Man besaß dann also einen teuren Buchbeschwerer, der durch seine deaktivierte Software unbenutzbar wurde.
Reparierbarkeit:
Hat man sich für ein neues Stück Technik entschieden, sollte man vor dem Kauf noch einmal die Seiten von iFixit besuchen. Zu beinahe jedem Produkt der modernen Welt gibt einen „Reparierbarkeits-Index“, wie hier am Beispiel des iPhone 12 / 12 Pro. Je höher der Wert auf der Skala, desto sicherer kann man sein, dass ein eventueller Defekt nicht in einem Totalausfall endet.

Wer sich in dem Bereich noch weiter umsehen und noch mehr Kriterien für die Langlebigkeit im Detail kennen lernen möchte, der sei auf das Hintergrundpapier von Josephine Valeske und Antonia Reichwein verwiesen. Bei allen Elektroartikeln kann man darauf achten, dass die Geräte mit üblichen Schraubendrehern zu öffnen sind. Dies erleichtert die Reparatur in einem Reparaturcafé oder bei einem unabhängigen Elektroniker maßgeblich. So passierte es mir beispielsweise, dass bei meinen ohrumschließenden Kopfhören das Kabel der Zuleitung brach. Die Ohrmuscheln waren verschraubt – ein neues Kabel konnte einfach angelötet werden, die Kopfhörer waren gerettet. Viele preiswerte Produkte jedoch neigen zu Klips-Verschlüssen oder schlimmer noch zu Verklebungen.
Grundregel für das Reparieren sollte jedoch immer sein: Wenn gefährliche Spannungen auftreten können, oder man sich nicht zu einhundert Prozent sicher ist, was man da gerade tut, dann sollte man die Reparatur einem Techniker überlassen. Ein elektrischer Schlag ist jenseits der Kleinspannung immer lebensbedrohlich.

Neu oder gebraucht kaufen
Für den Kauf von Kleinelektronik möchte ich vor allem auf Firmen wie refurbed, GreenPanda und AfB gemeinnützige GmbH verweisen. Diese bieten vom PC, über Notebooks, Tablets und Smartphones bis hin zum Drucker alles gebraucht und überarbeitet an. Wichtig dabei ist, dass die gebrauchten Produkte eine Garantie von mindestens 12 Monaten erhalten, die sich zumeist auf bis zu drei Jahre erweitern lässt. Damit stehen die aufgearbeiteten und geprüften Geräte auf einer Stufe mit Neuware – müssen aber nicht extra produziert werden.
Passende Neuware zu finden, gestaltet sich schwierig. Um zumindest eine Richtung zu finden, welche Hersteller aus Sicht von eingesetzter Energie, Ressourcen und Chemikalien zu befürworten sind, kann das Factsheet von Greenpeace herangezogen werden. Darin werden nach den oben genannten Kriterien 17 Unternehmen und Hersteller klassifiziert und erhalten am Ende Bewertungen von A bis F, wie man sie aus dem US-amerikanischen Schulsystem kennt. Besser als „B“ war leider kein Unternehmen im Jahre 2017 – auch nicht die Firma Fairphone. Ich persönlich habe im betrieblichem Umfeld sehr positive Erfahrungen mit den Computern der Firma DELL gemacht, insbesondere was die Reparierbarkeit angeht. Die meisten Geräte, in meinem speziellem Fall PCs, lassen sich mit einer Schraube öffnen und sind intern modular aufgebaut, sodass sie ohne Mühe repariert oder geupgraded werden können, um Gehäuse und Hauptplatine weiterzuverwenden. Ähnliche Lösungen bieten auch Hersteller wie HP und Lenovo. Käufern von PCs, Laptops und Tablets dieser Marken kann ich die Verlängerung der Garantiezeit empfehlen.


Fazit
Abschließend möchte ich jedem ans Herz legen vor dem Kauf eines neuen technischen Gerätes noch einmal nachzudenken: Ist eine Neuanschaffung wirklich nötig oder ließe sich das alte Gerät nicht vielleicht reparieren? Warum hat mein altes Gerät nicht lang gehalten und wie könnte das mit einem neuen Produkt das nächste Mal besser funktionieren?

2 Antworten
Ich denke auch, dass man die Hersteller in die Pflicht nehmen sollte, auch alte Geräte mit Updates zu versorgen. Wir werden uns nun Unterhaltungselektronik anschaffen. Die Kinder sind nun alt genug für Smartphones. Oft sitzen wir alle mit Handy auf dem Sofa. Daher holen wir uns nun einen Fernseher, dann gucken wir zumindest zusammen auf einen Bildschirm.
Absolut! Die Hersteller könnten so viel für langlebigere Geräte und weniger Elektroschrott tun!