Vegetarisch & Vegan kochen – Buchreview von a modern way to cook

Viele Menschen wissen schlicht und einfach nicht wie gut eine fleischlose Küche schmecken kann. Erst neulich erzählte mir ein Kollege (ich mache zur Zeit ein Praktikum) das er am liebsten Fleisch mit Fleisch ist. ?!?!?! Zwar war das mehr als Scherz gemeint, jedoch hat die Aussage einen waren Kern: nämlich das bei Vielen Gemüse nicht das Wichtige am Gericht ist, sondern eher eine akzeptierte Beilage. Ist das besonders bei Männern so? Ich weiß es nicht, aber mir fällt auf, dass in meinem Bekanntenkreis mehr weibliche Vegetarier sind als Männliche. Vielleicht hab ich aber auch einfach mehr weibliche Freunde… Ich selber oute mich leider alls Allesesser. TRotzdem versuche ich Fleisch mit Genuss und in Maßen zu essen (höchstens 1-2 Mal pro Woche).

Um meine fleischlose Küche interessanter zu gestalten nahm ein neues Kochbuch Einzug in meine Wohnung. Da es mein erstes vegan/vegetarisches Kochbuch ist bekam es einen Ehrenplatz zwischen meinen Backbüchern. Der Titel des Buches lautet: a modern way to cook von Anna Jones.

Was mir zu aller erst bei dem Buch auffiel war nicht das schöne Cover des Buches oder seine umfassende Seitenanzahl, sondern das Papier. Das Kochbuch ist nämlich auf Apfelpapier gedruckt. Ja richtig gelesen Apfelpapier. Ich hatte davon noch nie etwas gehört. Das Papier wird aus Apfelresten sowie  FSC-zertifizierter Zellulose hergestellt. Passend zu dem umweltfreundlicheren Produkt erfolgt die Herstellung mit erneuerbaren Energien. So hat das Buch schon ohne das ich es gelesen habe bei mir Punkte gesammeln, denn neue nachhaltige Produktideen finde ich klasse. Ob sie sich dann durchsetzen ist eine andere Frage.

Jetzt aber zum wichtigsten Bestandteil des Buches: dem Inhalt. 150+ Rezepte lassen mich eintauchen in eine neue Kochwelt von Gemüse und Leckerein. Dabei sind die Rezepte übersichtlich nach Zeitaufwand gegliedert. So kann man je nach Kochlust und Zeit in 15 min ein tolles Gericht gezaubert haben oder ein aufwendiges Festessen innerhalb von 40 Minuten zelibrieren. Ich persöhnlich beurteile mein Gericht nicht danach wie lange ich dafür in der Küche stehe. Für mich spielen die Herkunft der Produkte und ihre Verpackung eine größere Rolle.

Die Rezepte von Anna Jones sind sehr breit gestreut. Ich kannte wenige. Man merkt, dass Süßkartoffel bei ihr sehr beliebt ist, aber da die Kartoffel so einen langen Transportweg hat werde ich diese Gerichte wohl eher auslassen oder abwandeln. Das gleiche gilt für Avocado. Beide Gemüsesorten sind gerade sehr im Trend, aber ich vermeide sie lieber.

Ein Lieblingsrezept habe ich schnell gefunden, wobei es eigentlich nicht ein Rezept sondern viele Variationen sind. Ich wusste bis heute nicht das es für mein “ich koch schnell Reis und irgendein Gemüse mit Soße” einem Namen gibt. Jetzt kenn ich ihn nämlich Gesunde Genießer-Bowls. Die Bowls sind echt super, denn sie haben mich dazu gebraucht meine Küche mal ein bisschen bunter zu gestalten. So nutze ich jetzt viel öfter auch mal Quinoa, Bulgur und Hirse als Grundlage und nicht immer nur Reis oder Reis oder Reis. Verschiedene Dressings, Kräuter und Toppings machen das Essen abwechslungsreich und super wandelbar.

Bei einem vegetarischen/veganem Kochbuch denke ich vor allem an viiiiel Tofu. Positiv überrascht hat mich dann aber, das nur 4 Gerichte mit Tofu waren. Es geht also auch ohne Fleischersatzpodukte. Denn für den Geschmack sind vor allem Gemüse und Gewürze verantwortlich. Beim ersten Durchblättern des Kochbuches dachte ich erstmal auch du Schreck. Begriffe wie Halloumi (Käse), Sumach (Gewürz) und Panir ( indischer Frischkäse) tauchten auf. Glücklicherweise findet man im Kochbuch entweder ein Rezept oder eine gute Alternative für die etwas außergewöhnlicheren Lebensmittel. Ich hab auch schnell gemerkt, dass sich einige Zutaten gut austauschen oder weglassen lassen. Und unbekannte Lebensmittel können auch sehr aufregend sein, denn Neues zu entdecken ist ja der Sinn eines Kochbuches.

Alles in allem ist a modern way too cook ein sehr liebevoll gestaltetes Kochbuch. Zu jedem Gericht gibt es ein kleines Kommentar zu den Zutaten, dem Geschmack oder dem Hintergrund. Meist gibt es auch noch ein hungrig machendes Foto dazu. Ich hab mir wirklich größte Mühe gegeben, aber meine sorgsam dekorierten Teller lagen am Ende noch weit von dem Fotos im Buch entfernt. Das Wichtigste ist ja zum Glück der Geschmack und der ist bei den nachgekochten Gerichten spitze (alle 150 habe ich leider noch nicht durch). Ich denke das ist zum Teil den übersichtlichen Rezepten mit einfacher Erklärung zu verdanken, denn es gibt nichts Schlimmeres als nach Hälfte der Zubereitung von neuen Speisen nicht mehr zu wissen wie es weitergeht.

[Das Buch habe ich netterweise kostenlos vom Verlag bekommen.]

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