Müllanalyse

Im Jahr 2016 betrug laut Statista der Plastikverpackungsabfall rund 37 Kilogramm je Einwohner in Deutschland. 37 kg klingt nach einer gewaltigen Menge. Dank dem Einkaufen im Unverpacktladen oder auf den Markt mit unseren Stoffbeuteln, können wir schon viel Müll sparen. Trotzdem fällt auch im 2-Personen-Haushalt von meinem Freund und mir noch genug Müll an. Aber wie viel eigentlich?

Wie viel Plastikmüll produzieren wir Monat für Monat und wo kommt der Abfall her?

Diesen Fragen wollte ich 2018 näher auf den Grund gehen. Ich entschied mich den Müll ein Jahr lang zu sammeln. Unser Ziel: Nicht mehr als ein Marmeladenglas voll Müll pro Monat zu produzieren.

Ein Jahr in Müllgläsern:

Januar

Der Plastikmüll im Januar

Der erste Monat im neuen Jahr ist vorüber und das Marmeladenglas mit Plastikmüll ist voll. Das war nicht mein Ziel, denn eigentlich wollte ich ja so wenig Müll wie möglich produzieren. Immerhin kann ich jetzt genau analysieren wie der Müll in unseren Haushalt kommt.

Den größte Müllanteil nimmt ganz klar eine Packung Salzstangen ein. Jaja die Salzstangen… Ich habe leider immer noch keine Alternative für den salzigen Knabberkram gefunden und solange das nicht der Fall ist, wird es wohl weiter die größte Tüte mit Salzstangen geben. Leider will mein Freund nicht drauf verzichten und er macht in Sachen plastikfreies Leben ja sonst alles mit, also lass ich ihm fürs Erste zumindest seine Salzstangen.

Update: Inzwischen gibt es Salzbrezeln im Unverpacktladen zu kaufen und hier habe ich sie sogar nachgebacken.

Neben den Salzstangen befindet sich eine Nähgarnspule. Leider habe ich bemerkt, dass fast alle meine Garnspulen aus Plastik sind, weshalb wohl im Jahr mehrmals Plastikmüll anfallen wird. Stoff zum Nähen bekomme ich vollkommen unverpackt. Für mein letztes Projekt brauchte ich aber einen langen Reisverschluss und der war auch in Plastik verpackt. Sehr ärgerlich. Ich fange gerade sämtliche Second Hand Läden zu durchkämmen, um Reißverschlüsse zu bekommen. Das ist nicht ganz einfach kann ich sagen…

Kommen wir zu meiner aufgebrauchten Wimperntusche. An dieser Stelle bin ich stolz plastikfreie Mascara entdeckt zu haben und somit entsteht dieser Müll nicht wieder. Dazu kommt eine alte Bankkarte. Das ist Müll gegen den man sich schlecht wehren kann.

Der nächste Haufen ist mir aber ein Dorn im Auge: Mon Chéri Papier und allerhand Folien, die in Papierverpackungen waren. Auf den Müll kann ich gut verzichten, nur leider kommt er immer wieder in unseren Haushalt. Meist durch lieb gemeinte Geschenke.

Das letzte Teil des Januarmüll ist die Kappe eines Öls. Hier habe ich mir überlegt beim nächsten Mal lieber mein Öl in eine vorhandene Flasche abzufüllen. Das geht zum Beispiel bei Vom Fass.

Februar

Der Plastikmüll im Februar…

… bekommt ganz klar die Überschrift Prüfungsphase. Denn genauso sieht der Plastikmüll von diesem Monat auch aus. Ich saß zu viel an meinem Schreibtisch. Dabei hatte ich zu viele Beinah-Heulanfälle und zu viele Essanfälle.

Da wären zum einen meine Sucht nach Schokolade, die in diesem vier Wochen Stress ausartet. Leider war ich in dieser Zeit in der Innenstadt von Hannover und bin plötzlich im Bahlsen-Outlet gelandet und kam raus mit einer 1,5 kg Kiste Bruchschokolade in Form von halben Pick Ups. Zur Verpackung ist zur sagen: Innen befindet sich ein großer Plastikbeutel und außen eine Pappkiste. Nunja. Ich habe die Schokolade aufgegessen. Der Müll ist geblieben und ich habe versucht ihn in mein Glas zu stopfen. Damit war mein Glas dann schon mal halb voll. Wie gut, dass keiner perfekt ist, sonst würde ich mir diesen Naschanfall wohl übelnehmen. So hat er mir einfach beim Lernen geholfen und ich habe die 1,5 kg ja auch nicht alleine gegessen.

Frischkäse mach ich eigentlich immer aus Jogurt selber. Schmeckt gut und ist schnell gemacht. Trotzdem gelangte beim Einkaufen dieses Töpfen Kräuterfrischkäse in mein Glas.

Toilettenpapierverpackung. Das ist wahrscheinlich der einzige Plastikmüll, der von mir zur Zeit akzeptiert wird. Ich bin nicht bereit Toilettenpapier mir zuschicken zu lassen und kaufe weiter konsequent eine große Packung von den recycelten Rollenpapier im Supermarkt.

Die letzten Müllteile im Februar sind dann noch der Klebezettel von einer Orange und die Verpackung von Etiketten. Viele Produkte, die in Plastik verpackt sind, kaufe ich heute schlicht weg nicht mehr. So ist ein Einkauf im konventionellen Supermarkt kurz und schmerzlos.

Empfinde ich das als Einschränkung und Verzicht? Absolut nicht.

Ich habe nämlich etwas Entschiedenes dazugewonnen: Meine Experimentierfreudigkeit. Früher wäre ich nicht auf die Idee gekommen mit einfachen Lebensmitteln zu spielen, um so Puder oder Reiniger herzustellen. Es macht Spaß ein neues, bewusstes Gefühl für Lebensmittel zu bekommen. Eine neue Form von Wertschätzung hat sich bei mir entwickelt.

März

Der Plastikmüll im März

Den kompletten März über habe ich ein Praktikum gemacht. Aus diesem Grund war ich wenig zuhause, trotzdem ist auch in diesem Monat mein Müllglas von meinem Freund und mir wieder voll. Hier erstmal ein kleiner Überblick:

Den meisten Platz im Glas benötigen drei Verpackungen unserer neuen Druckerpatrone. Unglaublich das ein einziger Toner, der auch aus Plastik besteht, so viel Müll verursacht. Das alles nur um zu drucken. In solchen Momenten bin ich froh, dass unser Drucker nur schwarz-weiß druckt, sonst hätte ich bei den ganzen Farbpatronen noch mehr Müll. Den Toner kann man bei einer Sammelstation der Hersteller abgeben. Angeblich werden die Toner wieder befüllt bzw. für die Herstellung neuer Druckerpatronen verwendet…

Mein Eyeliner ist zwar klein, aber trotzdem unnötiger Plastikmüll. Ich hatte mir passend zu meiner Zero Waste Wimperntusche auch einen Eyeliner im Töpfchen bestellt, doch leider kam ich mit dem überhaupt nicht klar. Die Konsistenz stimmte nicht so wirklich… So bin ich leider wieder auf meinem flüssigen Eyeliner in der Plastikverpackung umgestiegen.

Der restliche Plastikmüll im Glas ist eher Kleinkram. Im Büro beim Praktikum bin ich vielen Versuchungen in Form von Süßigkeiten ausgesetzt (dahingehend ist es das reinste Paradies). Ein paar Mal konnte ich nicht anders als zu naschen (s. Verpackung von Duplo). Ich hoffe, dass zu Ostern jetzt nicht zu viel neuer Müll anfällt…

April

Der Plastikmüll im April

April, April macht alles was er will. In unserem Fall mehr Plastikmüll. Dies liegt aber zum einen auch daran, dass wir viele Produkte, die lange halten, gleichzeitig aufgebraucht haben. Die üblichen Verdächtigen sind natürlich auch dabei. Diese sind: Klopapier und gelegentliche Naschereien bei Freunden. Ansonsten mal wieder einige Aufkleber von Obst und Gemüse…

Ich nutze neben meiner Bambuszahnbürste, die auf Reisen zum Einsatz kommt, immer noch eine elektrische Zahnbürste. Sind die Borsten nicht mehr schön werden sie erst zum Badputzen benutzt und dann landet der Zahnbürstenkopf in unserem Müllglas.

Das zweite Glas ist fast komplett mit einer einzigen Tüte voll und zwar einer 500g Tüte mit getrockneter Petersilie. Ich liebe einfach getrocknete Kräuter! Die Petersilie hätten wir natürlich auch im Unverpacktladen kaufen können, was uns bei 500g aber echt zu teuer war. Deshalb die Lösung mit der Riesenpackung aus der Metro. So haben wir die Menge auch noch innerhalb der Familie geteilt. Großpackungen sind super, wenn man von einem Lebensmittel viel benutzt. Wer aber alleine zum Beispiel nicht 5kg Reis schafft kann entweder im Loseladen kleine Mengen kaufen oder mit Nachbarn / Freunden / Familie Lebensmittel teilen. Auch so kann der viele Plastikmüll von den kleinportionierten Lebensmitteln vermieden werden.

Im April habe ich fleißig gepflanzt. Dafür habe ich Blumenerde genutzt, welche in Plastik eingeschweißt war. Auch das ist Müll und nicht gerade wenig. Eine bessere Alternative wäre es gewesen bei Kleingärten nachzufragen ob wer Erde über hat. Machen sowas Stadtmenschen? Ich war dafür ehrlich gesagt leider zu bequem.

Mai

Der Plastikmüll im Mai

Neuer Monat, neues Glas. Diesen Monat hatte ich gleich zu Anfang unglaublichen Appetit auf Fruchtriegel. Die habe ich nämlich früher immer gerne gegessen. Im letzten Jahr habe ich Fruchtriegel selber gemacht, um Müll zu sparen. Doch konnte ich Anfang Mai im Bioladen nicht an einem Aprikosenriegel vorbeigehen. Zuhause kam dann die Ernüchterung. Er schmeckt mir nicht mehr. Ich bin eindeutig durchs viele Kochen und Backen meiner eigenen Gerichte verwöhnt. Außerdem empfinde ich viele verarbeitete Lebensmittel schlicht weg als zu süß. Wer Fruchtschnitten in Zukunft auch lieber selber machen möchte, dem empfehle ich dieses schnelle Rezept mit Backoblaten und Trockenfrüchten.

Kugelschreiber waren diesen Monat mehrfach ein Thema. Einerseits finde ich nach und nach noch alte nicht nachfüllbare Kugelschreiber, die ich benutze bis sie leer sind. Andererseits habe ich einen speziellen Kugelschreiber immer dabei. Bei dem war jetzt die Miene leer und ich habe mir – ressourcenschonend – eine neue Miene gekauft. Was ich aber vorher nicht wusste ist, dass die winzige Miene in einer riesigen Plastikverpackung verpackt ist inklusive Plastikkappe. Danke Lamy – da hätte ich echt mehr erwartet… Ich habe schon über einen Stift mit Metallkern nachgedacht, der keine Auffüllmienen benötigt. Allerdings ist mir die Gefahr noch zu groß, dass die Miene bricht und der Stift dadurch kaputt geht.

Weiter gehts mit Lebensmitteln: Ich leide so ein bisschen unter meinem Chipsentzug. Darum habe ich mir diesen Monat mal wieder eine Tüte Chips gekauft. Hinzu kommen noch gut gemeinte Geschenke einer lieben Oma: Verpackte Datteln und Gummibärchen. Es befinden sich noch einige Frischhaltefolien im Glas, die vom Käse aus dem Bioladen stammen. Außerdem auch wieder dabei: Eine Verpackung vom Toilettenpapier. Und meine Mäuse haben die letzte Tüte Heu bekommen. Eine Alternativ (Heu beim Bauern holen) werde ich jetzt mal versuchen in die Tat umzusetzen.

Juni

Der Plastikmüll im Juni

Im Juni bin ich recht zufrieden mit unserem Müll. Es befinden sich zwei Verpackungen im Glas, die ich nicht verhindern konnte bzw. dank den an anderer Stelle Müll gespart wird. Da wäre die Plastikverpackung für meine Reißverschlüsse, die ich zum Nähen gekauft habe. Allerdings ist diese schon eine Verbesserung zur ursprünglichen Alternative, bei der im Stoffladen jeder Reisverschluss einzelner verpackt ist. Die zweite Verpackung gehört meinen neuen Göffeln. Ich suche schon bestimmt seit einem Jahr gutes Reisebesteck für meinen Freund und mich. Plan war es möglichst welche aus Edelstahl und ohne Plastikverpackung zu finden. Dies ist mir leider nicht gelungen, obwohl ich sämtliche Second-Hand und Outdoorläden in Hannover abgesucht habe.

Darüber hinaus befinden sich noch einige Gemüsesticker im Glas. Ich versuche sie so gut es geht zu vermeiden, aber da auch ich öfter im Supermarkt einkaufe, lassen sie sich bei Gurke oder Zitrone meist nicht vermeiden… Dazu kommt eine Verpackung von der elektrischen Zahnbürste (Bürstenkopf).

In dem Glas nicht nur mein Müll, sondern auch der meines Freundes. Und der wollte diesen Monat (eindeutig aus Faulheit) etwas bei Amazon bestellen. Das Paket kam und ratet wie es verpackt war… IN EINER RIESIGEN PLASTIKTÜTE. Die hat gerade so in das Glas gepasst und damit war unser “Mülleimer” für den Monat voll.

Für den Monat Juli habe ich mir vorgenommen noch intensiver zu versuchen möglichst keinen Müll zu produzieren. Unter dem Motto #plasticfreejuly wird gerade in den sozialen Medien versucht viele Menschen zu motivieren den eigenen Plastikkonsum zu überdenken. Vielleicht habt ihr ja Lust es euch auch als Aufgabe zu nehmen, möglichst viele Produkte unverpackt einzukaufen und so Müll zu sparen.

Juli

Plastikfreier Juli?

Gerade diesen Monat hat das mit dem Müllsparen ja mal so gar nicht geklappt… Gar nicht ist vielleicht ein bisschen übertrieben – sagen wir schlechter als sonst, aber der Reihe nach.

Der plastikfreie Juli begann mit meinem Geburtstag. Ich hatte mich innerlich schon auf einen großen Haufen Müll in Form von Einpackfolie gefasst gemacht. Aber dem war nicht so. Die meisten meiner Geschenke waren in Zeitungspapier eingepackt. Darüber hinaus bekam ich sogar leckere Lebensmittel aus dem Unverpacktladen geschenkt und einen tollen Gutschein, für den ich mir bei meinem nächsten Großeinkauf etwas ganz besonders Leckeres kaufen werde. Besonders gefreut habe ich mich auch über einem Korb von meiner Oma, der frisches Obst und Gemüse direkt aus ihrem Garten enthielt.

Nach meinem Geburtstag begannen die Reparaturen an unserem Wohnmobil und somit nahm der Müll zu. Für das kaputte Dachfenster ließen wir eine neue Scheibe anfertigen, die zwar auf Wunsch in einer großen Pappverpackung kam, aber mit Plastikband fest verschnürt war… So hatten wir uns das nicht vorgestellt. Mitte Juli war damit unser Müllglas schon voll (danke Toilettenpapierverpackung). Also entschloss ich mich (sehr zerknirscht), dass wir wohl diesen Monat ein zweites Glas brauchen werden. Tja – weg war der gute Vorsatz zum Thema plastikfreier Juli. Anstatt unseren Müll diesen Monat zu reduzieren, haben wir ihn fast verdoppelt.

Im zweiten Glas wurde der Verpackungsmüll für mein neues technisches Gerät verstaut. Ich hatte euch vor ein paar Wochen von meinem Gedanken bezüglich der Verminderung unseres Papiermülls erzählt. Im Zuge dessen hatte ich versucht rauszufinden, ob ein papierloses Studium mit Tablet nachhaltiger ist. Leider blieb meine Suche ergebnislos. Also musste ich entscheiden, was wohl für mich die bessere Lösung ist. Da mein Laptop nach 5 Jahren (warum geht Technik so schnell kaputt?? Das ist doch echt kein Alter!) nicht mehr transportfähig ist (danke kaputtes Schanier) und sowie so zu groß zum Mitnehmen in die Uni – entschied ich mir für den Kauf eines 2-1 Tablet. Ehrlich gesagt war ich beim Kauf echt froh, dass die restliche Verpackung aus Pappe besteht.

Und als wäre das nicht genug Müll für einen Monat wurde mein Freund am Ende des Monats auch noch krank. Von dicker Erkältung und Grippe geplagt lehrte er unser Nasenspray und Meditonsin, welches es glücklicherweise in einer Glasflasche zu kaufen gibt und somit nur der Deckel im Glas landete. Das gleiche gilt für Nasenspray, allerdings ist unsere im müllgelandete Verpackung schon älter und leider noch vollständig aus Plastik… An dieser Stelle nochmal die Anmerkung, dass man Salbeibonbons ganz wunderbar selber machen kann – oder auch in Kräuter/Teeläden kaufen. In Hannover bekommt ihr die im Kräuter Basar. Versteht mich nicht falsch, bei Medikamenten geht mir unsere Gesundheit echt vor, allerding versuche ich auch hierbei das Sparpotenzial zu optimieren.

August

Der Plastikmüll im August

Unser Glas wurde diesen Monat nur 2 Wochen so wirklich befüllt. Danach ging es nämlich in den Urlaub nach Schweden und das Glas wurde nicht extra mitgeschleppt. Allerdings haben wir auch im Urlaub nicht wirklich viel Müll produziert, was daran lag, dass ich einen Großeinkauf im Unverpacktladen in Werdau machte und kurzerhand Grundnahrungsmittel für 2 Wochen mit in den Urlaub schleppte. Ob das so die beste Lösung war? Mein Geldbeutel sagt ja, denn Lebensmittel in Schweden sind wirklich teuer. Da muss ich nur an den letzten Urlaub in Schweden denken, wo wir für ein winziges Stück Käse umgerechnet 8€ bezahlt haben. Darüber hinaus sind wir hier wirklich im Nirgendwo gelandet und erfreuen uns an ganz viel Natur. Da haben wir wirklich keine große Lust noch regelmäßig einkaufen zu fahren. Wir suchen lieber den nächsten Bauernhof und kaufen dort alles was wir an Gemüse so brauchen. Das ist dann nämlich auch plastikfrei.

Betrachten wir den Müll der zwei Wochen zuhause mal genauer, dann ist da nicht viel Ungewöhnliches dabei. Es gab mal wieder eine Onlinebestellung, die leider nicht plastikfrei verschickt wurde. Außerdem habe ich Unmengen an Socken gekauft, weil plötzlich alle Socken von uns gleichzeitig vollkommen durchgelaufen waren. Gleichzeitig konnte ich von vielen Paaren nur noch einen Socken finden und der Einzelne wurde jetzt als Putzlappen umfunktioniert.

Im Urlaub kam dann zum Plastikmüll noch eine Butterverpackung, eine vom Eis sowie eine Packung Chips und eine Keksverpackung hinzu. Leider gab es den Käse auch nur eingeschweißt.

September

Der Plastikmüll im September

Wenn ich mir unseren Plastikmüll am Ende des Monats so anschaue, dann reflektiere ich auch gleich was in dem Monat so passiert ist. Diesen Monat war ich viel unterwegs. Erst verbrachte ich eine Woche von der Uni aus in Berlin und zum Ende ging es für mich noch nach Leipzig.

Es ist gar nicht so einfach in einer fremden Stadt seinen Rhythmus und seine Geschäfte zu finden. So war ich dieses Mal für Berlin besonders gut ausgestattet. Ich hatte neben einer großen Brotdose, Besteck und meiner Edelstahltrinkflasche auch meinen Strohhalm aus Edelstahl dabei. Allerdings wurden in einem Restaurant meine Wünsche trotzdem ignoriert und ich bekam ein Wasser mit Plastikstrohhalm. Was soll ich dazu noch sagen…!?
In einem anderen Beitrag hatte ich über den Laden SirPlus berichtet, welcher abgelaufenen Lebensmittel verkauft. Wir hatten dort Chips bestellt (viele Chips) und die ersten drei Packungen schon aufgegessen. Der Müll wanderte anschließend in das Glas. Wenn man bedenkt, dass die Lebensmittel ansonsten mit ihrer Verpackung in Müll gewandert wären, habe ich kein Problem mit dem von uns produzierten Plastikmüll.

Wenn man die Wahl hat noch genießbare Lebensmittel in Plastikverpackung wegzuschmeißen oder nur die Verpackung in den Abfall zu geben, dann sollte die Entscheidung doch eigentlich klar sein.

Das sehen die Supermärkte und großen Konzerne anscheinend etwas anders. Schade, denn wir könnten so viel Müll sparen, wenn wir uns nicht immer von Mindesthaltbarkeitsdatum beeinflussen lassen würden.

Der restliche Plastikmüll ist übersichtlich, aber ich habe noch ein Erfolgserlebnis diesen Monat gehabt. Ich habe nämlich eine gute Alternative für das Heu für meine Rennmäuse gefunden. Die alte Verpackung war komplett aus Plastik. Die neue Verpackung des Heus besteht aus Papier und immerhin nur noch einem kleinen Sichtfenster aus Plastik (Müll oben rechts). Die Plastikfolie oben links stammt von einem Käse, den ich im Bioladen im Stück gekauft habe und der einfach schon in Folie eingepackt war.

Eine interessante Frage, die mir letztens gestellt wurde, möchte ich hier nochmal aufführen. Ich wurde nämlich gefragt, warum bei uns keine Kassenbons im Müllglas landen. Dazu erstmal die Hintergrundinformation: Kassenzettel gehören nicht in den Papiermüll. Das liegt daran, dass diese aus Thermopapier bestehen und eine BPA-Schicht enthalten. BPA ist dabei hoch giftig (Quelle).

Warum bei uns zu Hause kein Müll von Kassenbons anfällt hat mehrere Gründe:

⇒ In vielen Unverpacktläden sowie im Bioladen wird eine Rechnung nicht automatisch, sondern nur auf Wunsch ausgedruckt. Hier können wir uns aktiv gegen einen Ausdruck entscheiden.
⇒Einige Bioläden haben auch Kassenzettel, welche nicht auf Thermopapier gedruckt werden.
⇒ Wird bei unserem Einkauf ein Kassenbon ausgedruckt, so weigern wir uns diesen mitzunehmen. Logischerweise fällt so trotzdem Müll an, allerdings bin ich der Meinung, dass wenn alle Kunden auf ihren Ausdruck verzichten würden, diese auch nicht mehr automatisch ausgedruckt werden.

Oktober

Der Plastikmüll im Oktober

Es ist echt unglaublich, aber ich schreibe bereits den 10. Beitrag zu unserem Plastikmüll. So langsam muss ich sagen: Es verändert sich nicht viel. Schaut man sich die Monate der Reihe nach an, so zieht sich die Toilettenpapierverpackung wie ein roter Faden durch unsere Müllgläser. Dabei gibt es eine plastikfreie Alternative bereits im DM zu kaufen – nämlich Toilettenpapier aus Bambus, welches in einer Pappbox verpackt ist. Das Toilettenpapier ist ein gutes Beispiel, um zu zeigen, dass Alternativen ohne Plastik nicht immer nachhaltiger seien müssen.

Bambustoilettenpapier

Bei dem Toilettenpapier aus Bambus handelt es sich erstmal um Frischfaserpapier. Mein derzeitiges Toilettenpapier besteht aus Recyclingpapier. Dazu kommt, dass das Bambuspapier meist aus China importiert wird und somit einen unglaublichen Weg zurücklegen muss, bevor es bei mir im Badezimmer landet. Mein Recyclingpapier kommt aus Deutschland. Das zeigt, dass es manchmal besser ist alle Vor- und Nachteile abzuwägen. Ich für meinen Teil habe mich für Recyclingpapier in der Plastikverpackung entschieden. Somit werde ich in nächster Zeit auf diese Verpackung nicht verzichten, außer ich probiere mal eine Poodusche aus und minimiere unseren Verbrauch.

Diesen Monat waren wir unter anderem mit Karl-Heinz in Hamburg. Dort haben wir einen Morgen in einem schönen Restaurant gefrühstückt. Als unsere Frühstücksteller vor uns standen konnte ich meinen Augen nicht trauen. Auf der Käseplatte war nicht nur der Frischkäse in Plastik verpackt, sondern auch der Camembert. Es hätte echt nur noch ein Strohhalm gefehlt…

Was ihr diesen Monat nicht seht, da es einfach nicht in das Glas gepasst hat und wir es außerdem schon entsorgt haben, ist eine alte Dachhaube von Karl-Heinz. Wir haben für die gerissenen Plastikabdeckung endlich eine bezahlbare Alternative gefunden. Und so sprengt der Plastikmüll diesen Monat mehr als nur ein Glas…

November

Der Plastikmüll im November

Diesen Monat ist das Müllglas gut gefüllt. Anfang des Monats war ich leider krankheitsbedingt ans Bett gebunden. Dabei halfen mir zwar Salbei- und Ingwertee übers Gröbste hinweg und auch unverpackte Salbeibonbons hatte ich zu Hause, allerdings brauchte ich auch verpackte Medikamente. Diese produzierten Abfall der wiederum in meinem Müllglas landete. Einige Tipps um trotz Erkältung Müll zu sparen:
⇒ Unverpackte Salbeibonbons gibt es in Hannover im Kräuterbasar zu kaufen.
⇒ Zum Inhalieren nutze ich gerne Eukalyptus- oder Minzöl. Beides gibt es in einer Glasflasche zu kaufen.
⇒ Anstatt gekauftem Hustensaft wirkt auch Zwiebelsaft Wunder.
⇒ Gerade abgepackte Taschentücher verursachen viel Müll. Eine gute Alternative sind hierbei Stofftaschentücher oder immerhin Großpackungen an Taschentüchern aus Recyclingpapier.

Auch zwei Chipstüten von SirPlus landeten wieder im Glas. Dazu kommen noch einige Folien von verpacktem Käse von der Käsetheke. Ich kaufe den Käse zwar immer in meiner eigenen Dose ein, allerdings ist der Käse in der Käsetheke im Stück immer in Frischehaltefolie verpackt. Aus diesem Grund versuche ich genau die Menge zu kaufen, die in der Auslage vorhanden ist. Dies geht natürlich nicht, wenn das Stück Käse 2kg schwer ist.

Für eine müllfreie Adventszeit:

Für die anstehende Adventszeit habe ich mir vorgenommen viele Kekse und insbesondere Lebkuchen zu backen. So werde ich im Supermarkt bei den ganzen abgepackten Weihnachtsschnöckerein nicht schwach. Außerdem habe ich den bzw. die Adventskalender für meine Familie selber gebastelt und so den obligatorischen verpackten Schokoladenkalender ersetzt. Besonders freue ich mich aber auf den Weihnachtsmarkt. Dieser bietet mir doch einige besondere Möglichkeiten unverpackt bzw. plastikfrei einzukaufen. In Hannover direkt bei der Marktkirche gibt es seit ein paar Jahren einen tollen Stand mit selbstgemachten Bonbons. Dort habe ich letztes Jahr in einer Papiertüte Honigbonbons gekauft, die ich einfach nur empfehlen kann. Auch die Glühweinbonbons sind süß, aber unheimlich lecker. Außerdem gut kaufen kann man auf dem Weihnachtsmarkt Tee, allerdings sind viele Stände inzwischen dazu übergegangen den Tee schon in Plastiktüten portioniert zu haben. Besser findet man Bienenwachskerzen und manchmal sogar Seifen. In Hannover liebe ich vor allem den mittelalterlichen Markt. Dort findet man Holzspielsachen, Küchenutensilien wie Kochlöffel aus Holz und ich meine letztes Jahr gab es sogar einen Stand mit Naturhaarbürsten. Mein liebster Weihnachtsmarkt ist und bleibt allerdings der Markt in Zickra. Dort entdeckt ihr viele liebevolle selbstgemachte Dinge und besondere Geschenke.

Dezember

Der Plastikmüll im Dezember

Genau vor einem Jahr war mein Vorsatz fürs neue Jahr 2018 dem Plastikmüll den Kampf anzusagen. Ich hatte schon befürchtet, dass das eine Glas für den Müll im Dezember nicht ausreichen würde. Auch wenn viele der Weihnachtsgeschenke von meiner Familie schon extra nur in Zeitungspapier eigepackt werden, so lässt sich doch die ein oder andere Folie sowie Süßigkeitenverpackung nicht vermeiden. Einige Dinge lehne ich deshalb schon extra ab, denn den eingeschweißte Nikolauslolli aus der Uni brauche ich nun wirklich nicht

Weiterer Plastikmüll entstand durch mein flüssiges Kajal für welchen ich noch keine Alternative gefunden habe. Mit einem Kajalstift komme ich nicht klar und selber machen hat nicht wirklich funktioniert… Auch eine zweite Erkältungswelle ließ sich leider nicht ohne einige verpackte Medikamente überstehen. Dazu kam noch wie fast jeden Monat eine Verpackung vom Toilettenpapier.

Was habe ich insgesamt gelernt?

Ich kann rückblickend sagen, dass das Sammeln des Plastikmülls über einen längeren Zeitraum eine kleine Selbstkontrolle war. Das Müllglas hat mir bzw. uns geholfen den inneren Schweinehund zu überwinden. Mein Problem vorher war ganz klar, dass sobald mein Alltag stressiger wurde, ich Probleme hatte auf die ganzen Verpackungen im Supermarkt zu verzichten. Der Weg zu Rewe um die Ecke war einfach viel kürzer als zum Biomarkt oder Unverpacktladen. Auch der Gang auf dem Markt benötigt nicht nur manchmal mehr Zeit, sondern auch eine bessere Essensplanung, da ich eben nur donnerstags meine frischen Lebensmittel direkt vom Bauern bekommen kann. Das führte dazu, dass sich in dem einen Jahr einiges geändert hat:

  • Im Unverpacktladen wird einmal im Monat ein Großeinkauf gemacht. Das spart Zeit und hilft uns bei der Planung unseres Speiseplanes. Außerdem geben wir so nicht zu viel Geld für Spontankäufe aus.
  • Wenn möglich kaufe ich jeden Donnerstag auf dem Markt ein. Wenn nicht gibt es Obst und Gemüse aus dem Bioladen oder Supermarkt. Hierbei achten wir auf regionale und saisonale Produkte, denn die sind meistens nicht in Plastik verpackt.
  • Ich lernte mehr Dinge selber zu machen und gleich größere Mengen zuzubereiten. Außerdem lernte ich einige Lebensmittel immer auf Vorrat zu haben, denn die Gemüsesuppe als Stärkung oder auch die frische Sahne lässt sich wunderbar portioniert einfrieren.
  • Am Wichtigsten ist aber die Kommunikation. Ich sprach intensiver mit Familie und Freunden über meinen Plastikverzicht. Ich traute mich Werbegeschenke abzulehnen mit den Worten: Ich möchte Müll sparen. Ich schrieb in Foren und erstellte meinen Account auf Instagram. Zusammengefasst: Ich versuchte das Rad nicht neu zu erfinden, sondern mir Tipps von anderen Menschen zu holen und umgekehrt diese Tipps auch an mein Umfeld weiterzugeben.
Weiterhin vorhandene Müllquellen:
Toilettenpapierverpackung, Medikamente, Chipsverpackungen, verpackte Geschenke von Familie und Freunden (meist Lebensmittel), Verpackungsmaterial von Technikprodukten, Zahnbürstenkopf der elektrischen Zahnbürste, Stiftpatronen, Aufkleber von Obst und Gemüse

Nicht in das Müllglas hat, wie schon im entsprechenden Monat erwähnt, die alte Dachhaube unseres Wohnmobils gepasst. Auch die fünf Verpackungen aus dem Schwedenurlaub habe ich nicht mit nach Hause genommen.

Fazit:

Im nächsten Jahr wird es keine Müllgläser mehr geben – einfach aus dem Grund, dass wir diese nicht mehr brauchen. Wir sind an einem Punkt an dem die in plastikverpackten Produkte keinen großen Reiz mehr aus uns ausüben (außer Chips), da wir so viel bessere Alternativen gefunden haben. Es macht Spaß je nach Saison mit unterschiedlichen Lebensmitteln zu kochen. Außerdem haben wir insbesondere im Sommer so eine Vielfalt an Früchten, dass ich die Mango aus Übersee einfach nicht vermisse. Will ich im Winter dann auch Früchte essen, dann nehme ich sie aus dem Gefrierfach. Auch die Bioschokolade oder die veganen sauren Würmer aus dem Unverpacktladen schmecken uns inzwischen um ein Vielfaches besser, als zum Beispiel Haribos. Ich weiß, dass auch im nächsten Jahr wieder Plastikmüll in unserem Haushalt entstehen wird, aber es wird ungefähr jeden Monat in ein Marmeladenglas passen. Dabei kann man auch einiges an Müll gar nicht kalkulieren oder planen, denn vorher soll ich wissen, wann mein Kühlschrank kaputt geht oder die Kopfhörer von meinem Handy? Inzwischen ist Plastik aus unserem Alltag fast nicht mehr wegzudenken, aber wie ihr seht, lässt sich vieles an Einwegplastik drastisch reduzieren.

Wir müssen einfach aufhören Verpackungen als Einmalprodukte anzusehen, die nach kürzester Zeit weggeworfen werden können. Denn sie sind aus einem wertvollen Rohstoff gemacht, der uns nicht endlos zu Verfügung steht: Erdöl.Von der Umweltverschmutzung jetzt mal ganz abgesehen, denn die Natur wird durch den ganzen Müll immer weiter zerstört.