Die Geschichte von Karl – Heinz

Einige Fakten zu dem Womo Karl – Heinz:

  • Hymermobil 521 aus dem Jahre 1978
  • Historisches Kennzeichen
  • Benziner mit Verbrauch von 14 Liter auf 100 km
  • Geschwindigkeit: 80 – 90 km/h
  • Kaufpreis: 2100€

Der Traum vom eigenen Wohnmobil

Eigentlich hasse ich Camping!

Jahrelang war dieser Satz Bestandteil meines Lebens. Eine Woche im Zelt? Für mich unvorstellbar.

Letztes Jahr war ich dann mit meinem Freund zwei Wochen in Norwegen. In Oslo übernachteten wir 3 Nächte in einem Camper. Zusammenfassend lässt sich sagen: Der Camper hat gestunken. Er war klein und ich vermisste mal wieder mein eigenes Bett, nachdem ich mir bestimmt zum 1000 Mal morgens den Kopf am Dach des Alkovens gestoßen hatte. GRÄSSLICH! Trotzdem war dieser Urlaub einer der Besten meines Lebens. An den Camper gewöhnte man sich schnell. So ohne Dusche und ohne Licht. Wäre das damals unser Camper gewesen hätten wir alles in dem Wohnmobil besser gemacht.

Zurück in Deutschland verklärte sich unser Bild. Eigentlich war das Wohnmobil gar nicht sooooo schlimm gewesen. Wenn man hier und da ein paar Sachen verbessert hätte. Warum nicht selber mal ein altes Wohnmobil haben und hinfahren wohin man will? Und ab da hatte ich meinem Freund einen Floh ins Ohr gesetzt. Er wollte auch ein Wohnmobil. Mit mir zusammen. Am besten ein Oldtimer, den wir komplett neu Innen ausbauen. Gesagt getan. Wir machten uns auf die Suche nach UNSEREM Karl-Heinz.

Die Geburtsstunde von Karl - Heinz

Gefunden haben wir UNSER WOHNMOBIL nach monatelanger Suche Ende Dezember.

Nach der ersten Probefahrt wussten wir, dass einiges an Arbeit auf uns zukommen würde, denn das Womo hatte erhebliche Mängel:

  • Wasserschaden im Fahrerbereich
  • Kaputte Kardanwelle
  • Undichtigkeiten am Motor
  • In die Jahre gekommene Einrichtung
  • Das Fehlen eines Bades
  • und, und, und.

Wir rechneten mit 1 Jahr Reparatur und Umbauzeit.

Nachhaltigkeit und Campingurlaub?

Wer sich jetzt fragt wie mein Umweltbewusstsein mit einem alten Auto, dass viel Benzin verbraucht zusammen passen dem sei gesagt:

  • Selbstversorgung im Urlaub ist besser als im Hotel zu essen und zu schlafen
  • Wir fahren vor allem durch Deutschland, was im Vergleich zu Flugreisen deutlich besser für dem ökologischen Fußabdruck ist.
  • Man überlegt sich bei hohem Benzinpreis + hohem Verbrauch GANZ genau wie weit man fahren möchte.
  • Aus Alt macht Neu: Wir geben einem alten Wohnmobil ein neues Leben und es muss kein Neues produziert werden.
  • Historischer Wert des Fahrzeuges, insbesondere als Kulturgut.


Vom heruntergekommenden Camper zum liebevoll restaurierten Oldtimer

Bevor wir mit dem Umbau beginnen konnten mussten wir erstmal sämtliche Einrichtung, die wir nicht mehr brauchten, ausräumen. Dabei fielen der Teppichboden, der Schrank, ein Teil der Sitzbank und allerlei Kleinkram unserer Entrümplungsaktion zu Lasten. Nachdem wir alles soweit ausgeräumt hatten, konnten wir es gleich wieder einräumen und zum Wertstoffhof transportieren. Von den Altlasten befreit, sah unser Womo auf einmal wahnsinnig groß aus! Geplant ist es die übrigen Hängeschränke weiß zu lackieren. Die Küche soll durch eine Arbeitsplatte noch erweitert werden. Unter dem großen Fenster folgt dann eine L-Sitzgruppe. Hinter der Gasheizung wird ein kleiner Schrank eingebaut und daneben entsteht ein Bad. Aber alles zu seiner Zeit. Als nächstes müssen erstmal kleine und größere Reparaturen durchgeführt werden. Dann folgt ein neuer Fußboden.

Die Schäden des Wassers
Wie ich schon berichtet hatte, haben wir das Wohnmobil mit einem Wasserschaden im Fahrerbereich gekauft. So musste nicht nur die Problemursache behoben werden (es waren Löcher in der Decke), sondern auch der gesamte Bereich wieder verschönert werden. Leider waren sämtliche Stahlstreben verrostet. Diese mussten mit Rostumwandler behandelt werden und dann mit Lack versiegelt. Neu gedämmt wurde mit Styropor. Anschließend wurde der Himmel überm Bett neu mit Kunstleder bespannt.

Weitere Arbeiten im März:

  1. Das Verlegen eines neuen Fußbodens.
  2. Das Nähen von neuen Gardinen.
  3. Das Zuschneiden und Beziehen von neuen Sitzkissen sowie Rückenpolstern.

Die kaputte Kardanwelle
Wir vermissen Karl- Heinz, denn unser Womo steht leider in der Werkstatt. Das Problem: Die von uns gebraucht gekaufte Kardanwelle hat nicht zu unserem Modell gepasst. Das uns der Verkäufer uns beschissen hat wussten wir leider erst, als wir die alte Welle ausgebaut hatten. Die neu gekaufte gebrauchte Kardanwelle gehört zum Nachfolgermodell, also zum Bedford Blitz Baujahr 1985-87.

Wie geht es jetzt aber mit Karl – Heinz weiter?

Wir lassen jetzt unsere kaputte Welle bei einem Experten aufarbeiten. Problem dabei: Unsere Werkstatt macht erstmal Ferien. Darum verzögert sich alles um 14 Tage. Wir versuchen nicht allzu traurig zu sein und schleifen fleißig erstmal unsere ausgebauten Schranktüren ab. Ich hätte nie gedacht, dass das so viel Arbeit macht…

Zeit zum Streichen
Nachdem unsere Kardanwelle aufbereitet und wieder eingebaut wurde, steht Karl – Heinz wieder vor unserer Haustür. Wir nutzten ein freies Wochenende, um die abgeschliffenen Schränke neu zu streichen. Das Wohnmobil wirkt dank der weißen Farbe gleich viel heller und freundlicher. Parallel zum Streichen haben wir begonnen das Bad zu bauen. Da in unserem Wohnmobil keins drin war müssen wir ganz am Anfang anfangen. Zumindest steht das Gerüst schonmal und die passende Duschwanne haben wir auch schon gefunden.


Fortschritte im Mai:

Sämtliche Schränke wurden mit kleinen Magneten ausgestattet, damit die Türen bei der Fahrt nicht aufgehen.

Der zwischenzeitlich defekte Kühlschrank wurde durch ein ähnliches gebrauchtes Modell ausgetauscht.

Verkleidung des Armaturenbrettes

Ein kleines Meisterwerk:

Als solches bezeichnen wir jedenfalls unser neubezogenes Armaturenbrett. Unser altes Armaturenbrett war leider teilweise vergammelte und das Leder vollkommen zerlöchert. So war schon ziemlich zu Beginn klar, sodass wir das erneuern wollen. Das passende Leder zu finden war gar nicht so einfach. Wir brauchten einen Haufen Muster, um an das braune Original ranzukommen. Zur Erneuerung spannten wir das Kunstleder über das Holzarmaturenbrett und tackerten es auf der Rückseite fest. Schwierig waren dabei besonders die Rundungen an der Vorderseite.
Unter dem Holz befindet sich noch jetzt eine zusätzliche Dämmschicht, damit das Motorengeräusch nicht sämtliche Geräusche im Innenraum übertönt. Die Kabel für das Radio haben wir auch zusätzlich noch verlegt und die Lautsprecher angeschraubt.


Die Deadline steht…

… denn bis zum 20.07.17 muss das Wohnmobil fertig sein. Ok genau genommen MUSS es nicht fertig sein, nur möchte ich dann NICHT auf einer Luftmatratze schlafen oder keine Toilette nutzen können. Somit sollten zumindest die groben Umbauarbeiten abgeschlossen seien.

Am 20.07.17 geht es nämlich aufs Deichbrand Festival in Cuxhaven. Voraussichtlich wird dieses Wochenende dann unser erster richtige Miniurlaub mit dem Wohnmobil.


Badezimmerbau
Karl – Heinz bekommt ein Bad oder besser gesagt man kann das Bad langsam als solches erkennen. Die Innenwände sind nämlich schon vorhanden und auch die Duscharmatur wurde eingebaut. Eine Tür bekommt unsere Dusche natürlich auch noch und zusätzlich noch einen Duschvorhang (wir wollen einfach, dass wirklich kein Wasser in den Innenraum gelangt…). Zusätzlich besitzt unser Karl-Heinz jetzt einen neuen Frischwassertank mit 47 Litern Fassungsvermögen. Im Vergleich: Der Alte beinhaltete nur 20l und war direkt unter der Spüle verbaut. Unserer bekam jetzt seinem Platz in der Sitzbank.

Außerdem haben wir noch ein neues Badfenster bestellt, da das Alte so dermaßen undicht ist, dass wir es auch nicht mehr retten können. Das Fenster haben wir übrigens günstig bei Outdoorcamper.de gekauft. Es ist gar nicht so einfach ein günstiges und passendes Fenster zu finden. Unser zweites Lukenfenster ist leider auch nicht mehr im besten Zustand. Da ist aber das Problem, das das Fenster einfach so riesig ist, dass ein neues Fenster extrem teuer ist und wir lieber noch etwas länger suchen.

Der Fahrerbereich hat jetzt auch endlich seinen Fußboden bekommen. Dafür haben wir bei Obi einfach den günstigsten Teppich in schwarz gekauft und passend zugeschnitten. Wichtig ist dabei das der Teppich nicht so einfach verrutscht, weshalb wir am Übergang zum Parket mit einer Leiste fixiert haben. Unterm Lenkrad werden wir ihn noch festkleben.

Die Vergrößerung von Küche und Bett

Mein Küchenbereich vergrößert sich nach und nach. Neben dem neuen Kühlschrank wurden schon Teile der 2. Schrankhälfte verbaut. Ich habe diese natürlich alle wieder brav in weiß gestrichen. Die Arbeitsplatte kommt demnächst auch.

Und ganz wichtig ist natürlich das Bett. Dieses wurde jetzt von 120cm auf 138cm vergrößert. Meine gewünschten 140cm wurden es leider aus Platzgründen dann doch nicht. So wird unsere zukünftige Matratze halt ein bisschen “angepasst”… Die neuen Stoßdämpfer fürs Bett sind auch schon in Planung. Wir wollen einfach unser Bett nicht mehr mit 2 Personen hochwuchten müssen. Ein bisschen Komfort darf es da schon sein. Kostenpunkt 37€ pro Stück.


Der 1. Urlaub mit Karl - Heinz

Es geht auf zum Deichbrand. Zwar wird es laut Wetterbericht ein Wochenende voller Regen und nochmals Regen, aber wir sind mit Karl – Heinz bestens gerüstet. Die Gummistiefel sind eingepackt und gestern kam per Post noch unser 5 m langes Sonnensegel.

Zum Innenumbau ist zur sagen, dass wir noch nicht fertig sind. Hier einmal die Dinge die noch gemacht werden müssen:

  1. Bad von außen verkleiden.
  2. Dem Bad eine Tür bauen.
  3. Zwei weitere Sitzpolster nähen.
  4. Armlehnen bauen und Getränkehalterung.
  5. Tür erneuern, da Wasser ins Holz reingelaufen ist.
  6. Von innen Rahmen um Tür machen (mit Postkarten).

Trotzdem haben wir diese Woche wieder einiges geschafft:

Zum einen besitzen wir jetzt endlich einen Tisch. Bei dem muss nur noch der Fuß neu lackiert werden. Besonders stolz bin ich aber auf mein Etagere, welches ich aus drei Körben gebaut habe. Hier ist viel Platz für Obst und Gemüse.

Deichbrand Festival

Deichbrand Festival mit Karl – Heinz

Kaltes Wasser kann grausam sein. So grausam kalt, besonders wenn man morgens nur mal schnell duschen will. Wie kalt kaltes Wasser ist das haben wir in den 4 Tagen Festival gemerkt. Grund dafür ist, dass wir in unserem Wohnmobil noch keinen Boiler für warmes Wasser verbaut haben. Jetzt wo wir wieder zuhause sind, können wir darüber lachen. Wer braucht schon warmes Wasser, wenn man voller Stolz mit Karl – Heinz in den ersten Urlaub fährt?

Wieder zuhause sind wir mehr als nur stolz auf unseren Oldtimer! Er ist bis nach Cuxhaven und zurück gefahren ohne zu meckern. Dazu kommt, dass wir nie mehr als 15l Benzin verbraucht haben. Dabei haben wir festgestellt das die Tankanzeige so gar nicht stimmt. Denn leer ist irgendwie halb voll. Naja so bleiben wir nie wegen einem leeren Tank liegen.

So als umgelernter Camper muss man noch ziemlich viel lernen. So ist uns dann morgens um 7 Uhr aufgefallen, dass ein Sonnenschutz aus Aluminium für die Frontscheibe Sinn macht. Wir wurden nämlich wach, als die Sonne auf unsere Scheibe prallte und uns im Hubbett zu warm wurde. Ausschlafen war halt nicht. Was wir auch noch gelernt haben: 2 Gabel und 2 Messer für zwei Personen reichen im Wohnmobil nicht. Besuch kommt nämlich auch mal kurzfristig vorbei und wenn dieser dann seinen Nudelsalat mit den Händen essen muss oder die Bratwurst mit einem Löffel schneidet, dann ist das einfach nicht so cool. Ein Grill ist übrigens Gold wert! Und Gummistiefel. Ohne Gummistiefel hätten wir das Festivalwochenende nicht überlebt. Es war halt matschig.

Aber dank Karl-Heinz saßen wir immer im Trockenen und mussten uns keine Sorgen darüber machen ob wir absaufen. Rundum war dieses Festivalwochenende einfach spitze! Darum freuen wir uns jetzt auf ganz viele tolle kleine und große Urlaube und Abendteuer mit unserem Wohnmobil!


Eine Solaranlage auf dem Wohnmobildach
Nach dem ganzen Urlauben und einem Sommer mit vielen kleinen Ausflügen arbeiten wir jetzt endlich weiter an Karl-Heinz. Voraussichtlich werden wir Ende nächster Woche warmes Wasser haben, worüber ich mir sehr freue. Danke elektrischer Boiler!

Es gibt aber noch eine größere Neuerung: Karl-Heinz wird öko.

Er hat nämlich eine 100 Watt Solarplatte aufs Dach bekommen. Die reicht bei Sonnenschein aus um unsere Handys zu laden und Radio und Licht zum Laufen zu bringen.


9 Monate mit unserem Wohnmobil Karl-Heinz liegen jetzt hinter uns. In dieser Zeit haben wir viel gelacht und manchmal auch geflucht. Aber egal wie anstrengend die Arbeit an unserem Oldtimer manchmal war, Karl-Heinz wuchs uns immer mehr ans Herz!

Die letzte Arbeit im Wohnmobil war das Anbringen der Verdunklungsgardinen um das Hubbett. Dafür habe ich passende Gardinen genäht und diese dann an einem Klettstreifen festgenäht. Den passenden Klettstreifen habe ich an die Wände gerackert. So kann ich die Gardinen ganz einfach zum Waschen abnehmen. Im kommenden Jahr werden wir natürlich an Karl – Heinz weiterbauen. Wir müssen noch die Tür erneuern, die Dachluke ausbessern, das Bad von außen verkleiden, weitere Lampen anbringen. Fürs erste macht Karl – Heinz jetzt erstmal Winterschlaf.

Rostbeseitigung
Ich zähle die Tage bis Ostern, denn dann geht es endlich wieder mit dem Wohnmobil in Urlaub. Vorher sind wir (in diesem Fall eher mein Freund) fleißig. Am Wochenende wurde Karl – Heinz nämlich mal genau unter die Lupe genommen und die ersten Reparaturen durchgeführt. Das Wichtigste war dabei die Beseitigung eines großen Rostloches im vorderen Radkasten. Aus dem einem Loch wurden bei genauerem Hinsehen dann viele kleine Löcher…

Glücklicherweise konnten wir den Rost entfernen und eine neue Metallplatten anschweißen. Ich half fachmännisch mit rumstehen und Sonne genießen.

Ich glaube Karl – Heinz hat das Rundum-Paket genossen. So bekam er auch noch einen neuen Auspuff verbaut. Der Alte war nicht richtig dicht und von uns letztes Jahr nur notdürftig geflickt. Auch die Auspuffhalterung hatte ihre guten Zeiten überlebt, weshalb der Auspuff in letzter Zeit stark gewackelt hat.

Einen Punkt den wir auch noch auf unsere To-Do Liste gesetzt haben sind neue Fenstergummis. Nach 40 Jahren kann man die langsam mal erneuern.

Die Fertigstellung des Badezimmers

Die warmen Temperaturen am Wochenende haben wir für Arbeiten in Karl – Heinz genutzt. Primäres Ziel war das Fertigstellen des Bades. Das bekam nach einem Jahr endlich seine Außenverkleidung. Besonders aufwendig war das Anbringen der vielen Aluminiumleisten, die vor Ort angepasst und angebracht werden mussten.

Eine Tür folgt in den nächsten Wochen. Bis dahin haben wir ja noch den Duschvorhang, der auch mit Einbau der Tür bleiben wird, da wir das kleine Badezimmer an der Türseite nicht vollständig dicht bekommen. An der Stirnseite werde ich noch einen Handtuchhalter befestigen.

Besonders freue ich mich über den schönen Traumfänger, den ich im Fairtrade-Laden entdeckt hatte und der jetzt unsere Schranktür verschönert. Außerdem erhielt eine Weltkarte Einzug in unser Wohnmobil. Sie hat einen Platz neben dem Bett bekommen, von da aus ich in Zukunft die nächsten Ziele aussuchen kann.

Hinterm Fahrersitz befindet sich – auf Wunsch meines Freundes – ein Subwoofer. Ich habe an ihm auch so meinen Nutzen gefunden, denn mit den passenden Körben ist er jetzt eine weitere Ablagemöglichkeit für Kleinkram, welches während der Fahrt nicht durch die Gegend purzelt. Noch einen weiteren Vorteil hat der Kasten, denn er befindet sich genau unterhalb des Hubbettes. So ersetzt er die Leiter und dient als Aufsteighilfe um ins Bett zu gelangen.

Karl – Heinz wäre aber nicht Karl – Heinz, wenn er nicht immer wieder für Überraschungen gut wäre. So entdeckten wir mal wieder Dinge die dringend erneuert werden müssen. In diesem Fall war es wieder eine Benzinleitung, die ihre guten Tage schon hinter sich gehabt hat, so rissig wie sie ist.

Darüber hinaus haben wir den Gaskasten im Fahrerbereich erneut gebaut. Die alte Variante aus den dünnem MDF Platten, die wir auch im Bad verbaut haben, hat uns einfach nicht gefallen. Jetzt besteht der Kasten aus weiß gestrichenen Holzplatten mit Aluminiumleisten – passend zum Bad. Anstatt einer ursprünglich angedachten Armlehnenerweiterung kommt auf die Beifahrerseite noch ein kleines Regal. Bis jetzt haben wir aber nur die Planung und das Material. Parallel dazu habe ich die Tür ausgebaut. Die hatte beim Vorbesitzer Wasser gezogen und so war das Holz aufgequollen. Das alte Holz wird jetzt durch eine weiße beschichtete Mdf-Platte ersetzt. So wird Karl-Heinz wieder ein Stück hübscher.


Der Motor spackt. Begonnen hat das kleine Drama mit der Zündung. Bemerkt hat man dies am gelegentlichen Stottern des Womos bei unserer letzten Fahrt. Also ging mein Freund der Ursache auf den Grund. An dieser Stelle muss ich mal erzählen, dass wir im  Bedfordblitzforum (Forum für unser Wohnmobilmodell) sind, wo uns viele Männer, mit deutlich mehr Erfahrung als wir, bei allen möglichen Problemen zur Seite stehen. Und so friemelte sich mein Freund durch Bedienungsanleitungen und unzählige Tipps aus dem Forum auf der Suche nach dem Problem. Am Ende war es eine Reihe von Problemen und ich hoffe das Karl – Heinz langsam mal mit seiner Rundumerneuerung zufrieden ist, sonst wird es noch teuer…

Motorüberholung
  • Zündverteilerdeckel
  • Zündverteilerfinger
  • Umbau Unterbrecherzündung auf kontaktlose Zündung (Powerspark)
  • Einbau einer originalen Zündspule
  • Überholen des Vergasers
    • Reinigen
    • Düsen prüfen
    • Nadelventil tauschen
  • Neueinstellung des Zündzeitpunktes.


1 Monat in der Werkstatt

Mit Karl-Heinz durchleben wir gerade schwere Zeiten. Unser Womo steht nämlich seit über einem Monat in der Werkstatt. Für uns heißt das eine wirklich schmerzhafte Trennung, drei gestrichene Kurzurlaube, einen verpassten TÜV Termin und das Warten auf eine teure Rechnung…

Im letzten Bericht hatte ich erzählt, dass wir fleißig den Motor überarbeiten, da er manchmal anfängt zu stottern. Das Problem haben wir dann ganz am Ende der Erneuerungen gefunden: Ein Zylinder des Motors konnte aufgrund eines Ventilschadens keinen Druck mehr aufbauen. Wir für unseren Teil waren damit fertig. Für solch größere Reparaturen hatten wir weder Hebebühne noch genug Erfahrung.

Als wir uns dann entschieden hatten Karl-Heinz in eine Werkstatt zu bringen wollte uns keiner haben. Wir musste unglaubliche 13 Werkstätten anrufen bis wir Eine gefunden hatten, die sich mit Oldtimern auskennt und sich an ein Wohnmobil traut.

Das nächste Problem war die Ersatzteilsuche, die wir übernahmen. Glücklicherweise gibt es noch Händler, die alte Bedford Blitz Teile für unser Wohnmobil verkaufen. So fanden wir online einen neuen Zylinderkopf und reichlich Schrauben und Dichtungen. Die Ersatzteile ließen wir zu uns schicken, was eindeutig ein großer Fehler war, denn die Hälfte der Lieferung kam nie an. Laut Lieferverfolgung konnte unser Mehrfamilienhaus nicht gefunden werden. Jaja das kann schon schwer sein in einer Großstadt mit Straßennamen und Hausnummern…

So verzögerte sich die Reparatur um Wochen. Zwischenzeitlich war dann natürlich auch der einzige befähigte Mitarbeiter im Urlaub.

Jetzt haben wir Karl-Heinz bald wieder (hoffentlich), aber leider absolut keine Zeit zum Ausruhen. Der Kühlschrank muss wieder fit gemacht werden (warum der schon wieder kaputt ist – fragt mich nicht). Dann brauchen wir schnell eine neue Gasprüfung, bevor wir endlich zur Hauptuntersuchung können. Ich will ja nicht voreingenommen an die Sache rangehen, aber ich so im Gefühl das dann noch eine weitere Reparaturliste auf uns zu kommt. Dabei will ich doch einfach nur mit unserem Womo in Urlaub fahren.


Kleine Neuerungen

Endlich haben wir Karl-Heinz wieder. Er steht mit repariertem Motor und frischen TÜV wieder vor unserer Tür. Die größte Veränderung bis jetzt ist unsere Eingangstür. Sie ist endlich nicht mehr von Wasser aufgequollen und strahlt in neuem weiß. Ich konnte es mir nicht nehmen lassen an die Tür eine weitere Karte zu hängen – diesmal eine Deutschlandkarte, auf welcher wir bereiste Orte markieren wollen.

Auch der Rahmen um die Tür wurde verschönert. Früher guckte man an dieser Stelle auf Styropor, da der Lederbezug der Wand abgerissen war. Jetzt besteht unser Türrahmen aus einer Korkwand, welche wir als kleine Pinnwand nutzen wollen. Die inzwischen gelbe Dichtung der Tür wird bald auch noch erneuert.

Im Fahrerbereich entsteht eine gepolsterte Armlehne / Ablage. Darüber hinaus haben wir unser erstes Radio mit Rückfahrkamera wieder ausgebaut. Das neue bildschirmlose Radio ist unauffällig in die Armlehne integriert und lässt sich über die Handys steuern. Auf die Rückfahrkamera wollen wir verzichten. Der Bereich unter der Ablage wird mit einem Vorhang verdeckt werden. Wir haben uns gegen eine Holzverkleidung entschieden, da sich unter der Ablage die Batterien befinden, an welche wir doch ab und zu mal ranmüssen.

Auf der Beifahrerseite entsteht neben dem Gaskasten ein kleines Regal. Der Lederbezug ist schon drauf, sodass ich es nur noch weiß streichen muss. Im nächsten Schritt wollen wir auch noch die Abdeckung für den Motor im Innenraum mit Leder beziehen, damit diese zu den restlichen Sachen passt.


Das zweites Jahr mit Karl - Heinz neigt sich dem Ende

Gastartikel von meinem Freund

Im letzten halben Jahr war es recht ruhig um unser Wohnmobil geworden. Wir hatten den Innenausbau abgeschlossen und eigentlich einen längeren Urlaub mit dem Mobil geplant. Aber leider hat uns leider der Motor im Stich gelassen. Zwei Ventile am dritten Kolben waren gerissen – unerkannte Falschluft hatte das Gemisch zu sehr abmagern lassen. Weil die Ventile allgemein schon recht eingelaufen waren und sich beinahe nicht mehr nachstellen ließen haben wir uns entschieden einen anderen überholten Kopf einbauen zu lassen. Dazu sind wir in eine Bosch- Werkstatt gegangen, da mir schlicht die Räumlichkeiten und auch die Erfahrung fehlte. Leider mussten wir wieder dabei feststellen, dass eine Werkstatt, auch wenn sie sich “Oldtimerwerktstatt” aufs Schild geschrieben hat, nicht unbedingt gute Arbeit leistet. Denn obwohl ich das vollständige Werkstatthandbuch mitgeliefert habe, indem das Einstellen der Ventile ausführlich beschrieben ist, mussten wir feststellen, dass die Herren es nach 2 Monaten nicht geschafft haben, diese einzustellen. Dieses Problem konnte ich nach langen hin und her leider erst mithilfe eines langjährigen, erfahrenen Bedfordfahrers herausfinden und korrigieren. Wir waren bis zu der Erkenntnis, dass die Ventile vollkommen falsch eingestellt waren leider davon ausgegangen, dass eine Werkstatt liefert, was auf der Rechnung steht. Auch erst Mithilfe des erfahrenen Schraubers haben wir dann herausgefunden, dass sich die Fliehkraftgewichte, ein wichtiger Teil des Zündverteilers, regelmäßig verhakten.

Und dennoch: Wir konnten die letzten Züge des Sommers noch mit unseren wunderbaren kleinen Wohnmobil genießen. Denn nachdem wir nun fast alles im Motorraum wieder in Schuss haben läuft das Wohnmobil wieder gut. Und eine neue Hauptuntersuchung ermöglicht uns mindestens zwei weitere Jahre mit Karl – Heinz! Wir erreichen nun sogar wieder unsere eingetragene Höchstgeschwindigkeit von soliden 103 km/h. Nicht ganz so rasant sind wir dann noch jeweils ein Wochenende nach Hamburg und in den Harz nach Thale gefahren, wo wir einige sonnige Tage verbracht haben.

Unser Hymermobil 521 war nicht der einzige Oldtimer am Fischmarkt

Nun ist bald wieder die Zeit, in der Schnee eine Reise mit dem Mobil zu gefährlich und zu kalt macht. Deswegen ging vor einigen Wochen die letzte Tour dieses Jahres in eine Scheune in meinem Heimatdorf, wo wir das Wohnmobil über den Winter aufbocken und trocken lagern.

Beim Einmotten gibt es jedes Jahr die gleiche Routine:

  • Aufbocken um die Reifen zu schonen
  • Alle Gummis mit Gummipflege behandeln um diese zu erhalten
  • Die Reifen mit Riefenpflege behandeln um diese weich zu halten
  • Roststellen
    • suchen, freilegen und säubern
    • mit Rostumwandler behandeln
    • neu lackieren
  • Unterbodenschutz erneuern oder ergänzen
  • Alle beweglichen Teile abschmieren (Kardanwellengelenke!)
  • Betriebsflüssigkeiten auf Winterfestigkeit prüfen

Noch während der Zeit der Fehlersuche am Motor haben wir auch endlich eine erschwingliche neue Dachhaube für unseren kleinen Hymer finden können. Freundliche Camper aus der Dresdener Region haben für die Alten Eriba-Camper Dachhauben nachproduzieren lassen und siehe da: Die passen auch bei uns. Und was für ein Unterschied das ist!