Der Plastikmüll im Dezember & mein Jahresfazit

Genau vor einem Jahr war mein Vorsatz fürs neue Jahr 2018 dem Plastikmüll den Kampf anzusagen.

Dafür hatte ich 12 Einmachgläser vorbereitet – eins für jeden Monat, in dem wir unseren Plastikmüll über die Monate gesammelt habe. Somit konnte ich den Müll Monat für Monat genaustens analysieren und feststellen, was wir noch alles Verpacktes in unseren Haushalt bringen.
Alle vergangene Monate und die passende Müllübersicht findet ihr hier.

Mein Ziel: Den Zwei-Personen-Haushalt von meinem Freund und mir möglichst müllfrei und plastikarm zu gestalten.

Plastikmüll im Dezember:

Ich hatte schon befürchtet, dass das eine Glas für den Müll im Dezember nicht ausreichen würde. Auch wenn viele der Weihnachtsgeschenke von meiner Familie schon extra nur in Zeitungspapier eigepackt werden, so lässt sich doch die ein oder andere Folie sowie Süßigkeitenverpackung nicht vermeiden. Einige Dinge lehne ich deshalb schon extra ab – denn den eingeschweißte Nikolauslolli aus der Uni brauche ich nun wirklich nicht.

Weiterer Plastikmüll entstand durch mein flüssiges Kajal für welchen ich noch keine Alternative gefunden habe. Mit einem Kajalstift komme ich nicht klar und selber machen hat nicht wirklich funktioniert… Auch eine zweite Erkältungswelle ließ sich leider nicht ohne einige verpackte Medikamenten überstehen. Dazu kam noch wie fast jeden Monat eine Verpackung vom Toilettenpapier.

Was habe ich insgesamt gelernt?

Ich kann rückblickend sagen, dass das Sammeln des Plastikmülls über einen längeren Zeitraum eine kleine Selbstkontrolle war. Das Müllglas hat mir geholfen meinen inneren Schweinehund zu überwinden. Mein Problem vorher war ganz klar, dass sobald mein Alltag stressiger wurde, ich Probleme hatte auf die ganzen Verpackungen im Supermarkt zu verzichten. Der Weg zu Rewe um die Ecke war einfach viel kürzer als zum Biomarkt oder Unverpacktladen. Auch der Gang auf dem Markt benötigt nicht nur manchmal mehr Zeit, sondern auch eine bessere Essensplanung, da ich eben nur donnerstags meine frischen Lebensmittel direkt vom Bauern bekommen kann.
Das führte dazu, dass sich in dem einen Jahr einiges geändert hat.

  1. Im Unverpacktladen wird einmal im Monat ein Großeinkauf gemacht. Das spart Zeit und hilft uns bei der Planung unseres Speiseplanes. Außerdem geben wir so nicht zu viel Geld für Spontankäufe aus.
  2. Wenn möglich kaufe ich jeden Donnerstag auf dem Markt ein. Wenn nicht gibt es Obst und Gemüse aus dem Bioladen oder Supermarkt. Hierbei achten wir auf regionale und saisonale Produkte, denn die sind meistens nicht in Plastik verpackt.
  3. Ich lernte mehr Dinge selber zu machen und gleich größere Mengen zuzubereiten. Außerdem lernte ich einige Lebensmittel immer auf Vorrat zu haben, denn die Gemüsesuppe als Stärkung oder auch die frische Sahne lässt sich wunderbar portioniert einfrieren.
  4. Am Wichtigsten ist aber die Kommunikation. Ich sprach intensiver mit Familie und Freunden über meinen Plastikverzicht. Ich traute mich Werbegeschenke abzulehnen mit den Worten: Ich möchte Müll sparen. Ich schrieb in Foren und erstellte meinen Account auf Instagram. Zusammengefasst: Ich versuchte das Rad nicht neu zu erfinden, sondern mir Tipps von anderen Menschen zu holen und umgekehrt diese Tipps auch an mein Umfeld weiterzugeben.
Müllquellen:
Toilettenpapierverpackung, Medikamente, Chipsverpackungen, verpackte Geschenke von Familie und Freunden (meist Lebensmittel), Verpackungsmaterial von Technikprodukten, Zahnbürstenkopf der elektrischen Zahnbürste, Stiftpatronen, Aufkleber von Obst und Gemüse

Nicht in das Müllglas hat, wie schon im entsprechenden Monat erwähnt, die alte Dachhaube unseres Wohnmobils gepasst. Auch die fünf Verpackungen aus dem Schwedenurlaub habe ich nicht mit nach Hause genommen.

Fazit:

Im nächsten Jahr wird es keine Müllgläser mehr geben – einfach aus dem Grund, dass wir diese nicht mehr brauchen. Wir sind an einem Punkt wo die in plastikverpackten Produkte keinen großen Reiz mehr aus uns ausüben (außer Chips), da wir so viel bessere Alternativen gefunden haben. Es macht Spaß je nach Saison mit unterschiedlichen Lebensmitteln zu kochen. Außerdem haben wir insbesondere im Sommer so eine Vielfalt an Früchten, dass ich die Mango aus Übersee einfach nicht vermisse. Will ich im Winter dann auch Früchte essen, dann nehme ich sie aus dem Gefrierfach. Auch die Bioschokolade oder die veganen sauren Würmer aus dem Unverpacktladen schmecken uns inzwischen um ein Vielfaches besser, als zum Beispiel Haribos. Ich weiß, dass auch im nächsten Jahr wieder Plastikmüll in unserem Haushalt entstehen wird, aber es wird ungefähr jeden Monat in ein Marmeladenglas passen. Dabei kann man auch einiges an Müll gar nicht kalkulieren oder planen, denn vorher soll ich wissen, wann mein Kühlschrank kaputt geht oder die Kopfhörer von meinem Handy. Inzwischen ist Plastik aus unserem Alltag fast nicht mehr wegzudenken, aber wie ihr seht, lässt sich vieles an Einwegplastik drastisch reduzieren.

Wir müssen einfach aufhören Verpackungen als Einmalprodukte anzusehen, die nach kürzester Zeit weggeworfen werden können. Denn sie sind aus einem wertvollen Rohstoff gemacht, der uns nicht endlos zu Verfügung steht:

Erdöl.

Von der Umweltverschmutzung jetzt mal ganz abgesehen, denn die Natur wird durch den ganzen Müll immer weiter zerstört.


2 thoughts on “Der Plastikmüll im Dezember & mein Jahresfazit”

  1. Laura Strieker sagt:

    Hallihallo,
    Ich platz hier jetzt so nachträglich mal rein. Ich bin erstmal beeindruckt, wie wenig Müll ihr produziert! Bis dahin liegt noch ein weiter Weg vor mir, also Hut ab 🙂
    Ich komme zufällig auch aus Hannover und habe mich gefragt, ob du auf dem Wochenmarkt in Kleefeld einkaufst (der ist zumindest auch am Donnerstag) und wenn ja, vielleicht ein paar Tipps bezüglich der Anbieter hast. Ich wohne noch nicht super lange hier und habe heute auf dem Markt gesehen, dass ein Obststand Chiquita Bananen verkauft. Dass hat mich persönlich erstmal zum Nachdenken und Hinterfragen angeregt, ob der Wochenmarkt wirklich so toll, regional und plastikfrei ist, wie ich dachte. Hast du da ähnliche Erfahrungen (wenn vielleicht auch auf einem anderen Wochenmarkt) gemacht?
    Ganz liebe Grüße,
    Laura

    1. Tati sagt:

      Hallo Laura,
      erstmal danke für dein Kommentar. Toll zu hören, dass du auch aus Hannover kommst!
      Ich bin donnerstags immer auf dem Wochenmarkt auf der Listermeile. Dabei kann ich deine Beaobachtung bestätigen: Das Angebot unterscheidet sich von Stand zu Stand enorm!
      Aus diesem Grund kaufe ich immer nur bei meinem Biobauernstand ein. Dieser kauft zwar im Winter Paprika, Gurke und Zucchini sowie Kleinigkeiten hinzu, der Größteil stammt aber aus eigener Ernte weshalb es zum Beispiel Bananen einfach nicht gibt. Das Angebot richtet sich in erster Linie danach, was gerade wächst. Die freuen sich übrigens immer sehr über meine Beutel.
      Liebe Grüße
      Tati

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