Buchreview: Anständig Leben

Veganer essen doch nur Obst, Gemüse und Nüsse oder?
Ein plastikfreier Einkauf ist unmöglich!
Die Autorin Sarah Schill dokumentiert mit ihrem Buch ihren ganz persönlichen Weg in Richtung eines anständigen Lebens. Dabei versucht sie sich einen Monat lang sich nur vegan zu ernähren, sowie einen weiteren Monat plastikfrei zu leben. Abgeschlossen wird ihr Experiment mit einem Monat voller Umweltschutz.

Sarah Schill nimmt mit ihrem Buch alle Vorurteile mit und gibt dem Leser damit einen wunderbar ehrlichen Einblick in die Welt eines ökologisch korrekt lebenden Menschen.

Aber geht das überhaupt – vollkommen ökologisch korrekt zu leben?

Die Brezel enthält Schweinefett, die Margarine ist in Plastik verpackt und in der unverpackten Seife ist Palmöl enthalten… Die Suche nach der ökologisch korrekten Alternative kann dabei ganz schön holperig sein.

Kapitel 1: Von heute auf morgen vegan leben

Das Buch “Anständig leben” verdeutlichte mir einmal mehr, dass je mehr man sich mit dem Thema auseinandersetzt, desto schlimmer wird es. Es ist wirklich unglaublich wo überall tierische Produkte enthalten sind. Wein oder Fruchtsäfte werden zum Beispiel mithilfe von Eiklar oder Galantine für die bessere Optik klar gemacht. Dies sind Kleinigkeiten, über die sich der Nicht-Veganer keine Gedanken macht, die in der Summe aber große Auswirkungen haben. Der Tipp im Buch ist hierbei sich auf der Seite von PETA mithilfe einer Liste aller tierischer Inhaltsstoffe vertraut zu machen.

Super spannend finde ich, dass im Buch von der Autorin gelesene Bücher zitiert und bewertet werden. So erlebt man die Entwicklung und den Lernprozess der Autorin hautnah mit und weiß gleich, wo man sich noch weiter Informieren kann.

Empfehlungen zum Thema Veganismus:
⇒ Das vegane Kochbuch von Sandra Forster
⇒ Dokumentation: Das Geschäft mit dem Tod
⇒ Anständig Essen von Karen Duves
⇒ Alles Öko! von Colin Beaven
⇒ Dokumentation: Taste the waste
Zukunftsmenü von Sarah Wiener (bereits von mir gelesen, sehr zu empfehlen)

Das Fazit ist wohl, dass es wichtig ist den Blick fürs Ganze nicht zu verlieren. Vegan zu leben und auf tierische Produkte zu verzichten ist super fürs Klima und die eigene Gesundheit, aber nur wenn man nicht wöchentlich eine eingeflogene Mango oder Avocado isst. Und auch die Ersatzprodukten sind nicht das Gelbe vom Ei – in Plastik verpackt, mit Geschmacksverstärker ect.. Dabei kann Obst und Gemüse alleine mit Stärkebeilage so abwechslungsreich sein, dass man das Fleisch oder die Fleischersatzprodukte eigentlich gar nicht braucht.

Kapitel 2: Ohne Plastik

Plastik ist inzwischen überall. Es ist so fest in unserer Gesellschaft verankert und verbunden, dass das Experiment eines plastikfreien Lebens von Bekannten und Freunde der Autoren als unmöglich angesehen wurde.

Veganer zu sein und ohne Plastik zu leben ist so gut wie unmöglich, es sei denn, man reduziert das Essverhalten […] auf […] Marktgemüse und lose Getreideprodukte.

Aussage von Sarah Schill in “Anständig leben” zu ihren ersten Versuchen auf Plastik zu verzichten.

Beim Lesen des Kapitels fand ich mich und meine ersten Schritte in der beschriebenen Entwicklung der Autorin wieder. All die kleinen Hürden und großen Stolperstein werden so humorvoll beschrieben.
Die Message dabei? Es gibt für alles eine Alternative.
Nur manchmal muss man etwas länger nach diesen Alternativen suchen. So ist die Autorin ziemlich schnell beim Thema Selbermachen, denn so lassen sich die meisten Plastikverpackungen vermeiden oder zumindest der Müll reduzieren – insbesondere, wenn man großer Fan von Soja- oder Nussmilch ist.

Empfehlungen zum Thema Plastikmüll:
⇒ Film: Plastic planet
⇒ Plastikfrei Zone von Sandra Krautwaschl
⇒ Film: Addicted to Plastic

Anmerkung: Das Buch ist bereits 2014 erschienen. Dabei sind gerade in den letzten Jahren tolle neue Bücher und Filme dazugekommen, die ich an dieser Stelle gerne ergänzen möchte:
Film: A plastic ocean
Glücklich leben ohne Müll von Bea Johnson

Kapitel 3: Aktiv werden

Das letzte Kapitel beschreibt den Besuch einer Müllverbrennungsanlage. Sarah Schill versucht ein Gefühl für die Massen an Abfall zubekommen, auch wenn es surreal erscheint. So viel Müll.
Insbesondere in Supermärkten werden viel zu viele noch genießbare Lebensmittel weggeworfen. Ein erster Schritt, um etwas dagegen zu tun ist der Versuch des Containerns.

Empfehlungen zum Thema Umweltschutz (Aktiv werden):
⇒ Dokumentation: Earthlings
⇒ Dokumentation: Ohne Geld leben! Eine junge Familie auf neuen Wegen

Mein Fazit:

Das Buch ist super! Warum? Weil es den Blick aufs große Ganze lenkt. Man kann nicht vegan leben mit all dem Ersatzprodukten und Plastikmüll produzieren bis zum Umfallen. Das ist nicht nachhaltig. Genauso kann man aber nicht nur auf Plastik verzichten und weiter Tierprodukte im Überfluss essen. Dadurch kann man den Klimawandel nicht aufhalten. Genauso sind Mobilität und Kleidung ein wichtiges Thema. Die Mischung macht es, wobei man nicht perfekt sein muss.

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