Buchreview: Zukunftsmenü

Laut einer Studie der Food and Agriculture Organisation of the United Nations werfen Europäer pro Jahr um die 100 kg Lebensmittel weg. Haben wir Menschen schon lange das Gefühl für unsere Lebensmittel verloren, da wir erwarten im Supermarkt nur die perfekten Lebensmittel zu bekommen? Alles was leichte Druckstellen hat, ein welkes Blatt besitzt oder nicht kräftig aussieht landet erst gar nicht in unserem Einkaufskorb. Und das war jetzt nur auf das Obst und Gemüse bezogen. So schmeißt auch der Einzelhandel riesige Mengen an genießbaren Lebensmittel weg. Jeden Tag. Mit der Begründung, dass der Konsument es so verlangt.

Passend dazu hab im vergangen Monat das tolle Buch: Zukunftsmenü – Was ist unser Essen wert?von Sarah Wiener gelesen. In diesem Buch spielt die Wertschätzung für unsere Nahrung endlich wieder eine bedeutende Rolle, wenn nicht sogar die Größte.

Wer jetzt ein reines Kochbuch mit regionalen Lebensmitteln erwartet liegt falsch. Das ganze Buch enthält nur um die 17 Rezepte dafür viele Berichte über die Qualität und Herkunft unserer Nahrung, aber auch gute Tipps über das bewusstere Einkaufen und Kochen.

Dabei habe ich mir zum Beispiel nie darüber Gedanken gemacht, dass es auch bei Biolebensmitteln große Standartunterschiede gibt. So haben zum Beispiel Demeter und Bioland bei der Hühnerhaltung strengere Bestimmungen. Pro Hektar dürfen im Vergleich zur EU-Öko-Verordnung nur 280 Masthühner anstatt 580 pro Hektar gehalten werden. Das ist schon ein gewaltiger Unterschied! Auch beim Futter gibt es Unterschiede, denn dieses stammt nur bei Demeter und Bioland zu 100% aus biologischer Erzeugung. Bei der Frage um die Qualität der Nahrung spielt auch die Saisonalität eine große Rolle. Lebensmittel mit geringen Transportweg haben viele Vorteile zum Bespiel im Preis, Geschmack und in ihrer Nachhaltigkeit. Doch die Liste geht noch weiter. Heimisches Obst und Gemüse ist oft auch geringer mit Schadstoffen belastet und für alle Müllvermeider besonders wichtig: es gibt sie meistens unverpackt. Ein im Buch enthaltener Saisonkalender hilft einem den Überblick zu bekommen und macht automatisch den Speiseplan abwechslungsreicher.

Natürlich wird von Sarah Wiener auch mein Lieblingsthema Plastikmüll thematisiert. Da ich aber schon viel darüber gelesen habe sind andere Themen für mich viel interessanter. So gibt das Buch dem Leser mit kleinen Interviews Einblicke in beispielsweise die Sicht eines Biologen oder Tierarztes auf unsere Lebensmittel.

Ich möchte nicht zu viel vom Inhalt vorwegnehmen, da es sich wirklich lohnt es selber zu lesen. Etwas möchte ich aber dann doch noch aufgreifen und zwar das Kapitel Gesund essen. Es ist so traurig zu hören, dass viele Kinder nicht mehr wissen wie Obst und Gemüse wachsen und Tiere leben. Das das Fleisch vom Burger nicht immer schon eine runde Bulette war, sondern mal ein echtes Tier. Und mir wird schlecht wenn ich lese wie viel Zusatzstoffe in manchen Produkten enthalten ist. So ist es kein Wunder, dass uns unsere Lebensmittel sogar krank machen können.

Alles in allem hat mir das Buch wieder gezeigt wie wichtig es doch ist bewusst zu essen. Ich bin dabei echt froh, dass ich gerne koche und es für mich nicht einfach eine Pflichtaufgabe ist!

Noch eine Anmerkung zum Schluss: das Buch wurde mir netterweise vom Verlag kostenlos zu Verfügung gestellt. Dies beeinflusst jedoch nicht meine Meinung! Ich kann jedem nur empfehlen sich mehr über die eigene Ernährung Gedanken zu machen. Dieses Buch öffnet Einem dahingehend in manchen Dingen die Augen.

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