Buchreview: Der Welt geht es besser, als Sie glauben

Manchmal bin ich so ein richtiger Pessimist. Ich sehe im Supermarkt all die Menschen mit ihren dutzenden Plastiktüten und Verpackungen und hab das Gefühl, dass die Welt schon verloren ist. Ich versuche meinem Müll zu reduziere und hab das Gefühl, dass ich nicht genug mache. Ich lese über den Klimawandel, Naturkatastrophen und und und. Die Nachrichten sind ja voll von den ganzen negativen Schlagzeilen, die traurig machen. Darum kam mir das Buch “Der Welt geht es besser, als Sie glauben. 50 Gründe optimistisch zu sein” von Jacques Lecomte gerade recht. Es wurde zu meiner Sommerlektüre, die mich mit nach London begleitete. Gelesen habe ich das Buch unter anderem im Hyde Park.

Die Lektüre begann leider mit einer viel zu langen Einleitung, durch die ich mich erstmal ein bisschen durchquälen musste. Glücklicherweise folgten danach die positiven Fakten und die waren wirklich gut. Als Quellen nutzte der Autor vor allem Daten der UNO wie die Milleniums-Entwicklungsziele, aber auch Forschungsergebnisse von UNICEF und einzelnen Wissenschaftlern. Die Themen reichen von Lebensstandard (Armut, Bildung) und Gesundheit (Pocken, Kindersterblichkeit…) über Umwelt bis zu Gewalt. Das Thema Müll und Plastik wird leider gar nicht behandelt, was ich als großes Defizit des Buches empfinde. Nicht nur das ich mich täglich mit den Folgen von Müll auseinander setze und es mich deshalb sehr interessiert – ich sehe das Thema Müll und Entsorgung auch als wachsendes ökologisches Problem, auf das wir Menschen noch nicht ausreichend reagieren.

Das Zitat “Frauen und Männer, ermutigt durch ihre Hoffnung, können Tausende, ja sogar Millionen andere für ihre Sache gewinnen und die Welt verändern”  fasst die Aussagen des Buches gut zusammen. Es gibt nämlich Hoffnung. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass es möglich ist den Hunger zu bekämpfen und Krankheiten wie die Pocken auszurotten. Nötig ist dafür ein Zusammenhalt zwischen allen Nationen und ein gemeinsames Ziel. In den letzten 100 Jahren hat sich die Menschheit nicht nur verändert, es haben sich auch die Lebensstandards verbessert. Trotzdem leiden gerade in Afrika noch zu viele Menschen an Hunger. So können wir uns zwar über die Verbesserung freuen, aber sollten uns nicht deswegen ausruhen. Am Ende jedes Kapitels ist aus diesen Grund so ein kleines “Vorsicht ist weiterhin geboten” eingebaut. Denn trotz des Fortschrittes leben wir noch lange nicht in einer guten Welt.

Anstatt Fotos ist das Buch am Anfang jedes Kapitels mit kleinen Graphiken gefüllt. Sie fassen die wichtigsten Entwicklungen zusammen. Hier auf dem Foto zu sehen ist die Erkenntnis, dass sich die Ozonschicht in Teilen der Erde bis 2050 völlig regeneriert haben wird. Wenn das keine gute Nachricht ist!

Die meisten Aussagen und Erkenntnisse des Buches waren mir neu. Ich lernte, dass nicht das Artensterben ein Problem war (dies liegt in letzten vier Jahrhunderten bei unter 1%), sondern die Verringerung der Populationen. Und das ein Welt ohne hungernde Bevölkerungsteile sogar realistisch und erreichbar ist. Durch das Buch bekam ich erstmal einen ganzen Schwung an Wissen und Fakten und am Ende bereitete es mir vor allem eins: ein gutes Gefühl. Positive Nachrichten motivieren so viel mehr für das zu kämpfen, was einem wichtig ist. Denn wie man sieht ist ein Wandel ja möglich! Aus diesem Grund sollten wir öfter die guten Nachrichten des Tages lesen und uns auch über die kleinen Fortschritte freuen.

Das Buch wurde mir netterweise kostenlos vom Verlag zur Verfügung gestellt.

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